Gericht: 22 Monate Haft für Heroinabhängigen

Vorarlberg / 03.09.2019 • 11:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bei dem Angeklagten sind zusätzlich noch offene Strafen widerrufen worden. Eckert
Bei dem Angeklagten sind zusätzlich noch offene Strafen widerrufen worden. Eckert

Vater zweier Kinder schafft es nicht, von den Drogen loszukommen.

Christiane Eckert

Feldkirch „Abseits des Rechtlichen ist es einfach eine Katastrophe“, fasst Richter Martin Mitteregger bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch die Situation zusammen. Der 44-jährige Angeklagte ist Italiener, hat Tischler gelernt, doch aufgrund seines Alkohol- und Drogenmissbrauchs gab es bereits im jugendlichen Alter mit seinen Eltern Probleme. Er lebte auf der Straße, verlor seinen Job und soziale Kontakte. Alles, was ihn interessierte, waren Drogen, vor allem Kokain und Heroin.

Familie gegründet

Doch trotz allem fand er eine Freundin, gründete eine Familie und versuchte Fuß zu fassen. Doch wieder scheiterte er. „Wenn er nichts genommen hat, ist er so ein netter Kerl“, sagt die Kindesmutter als Zeugin. Auch seinen beiden Kindern im Alter von vier und neun Jahren ist er ein liebevoller Vater. So lange, bis ihn die Sucht wieder einholt. So auch Ende Juli dieses Jahres. Der Drogenabhängige rastete aus, trat die Wohnungstür der Kindesmutter ein, randalierte und versetzte die Familie in Angst und Schrecken. „Ich steche euch ab!“, brüllte er seine ehemalige Lebensgefährtin und deren Mutter an. Besonders schien ihm auch zu missfallen, dass die Frau einen neuen Partner gefunden hat. Die Polizei musste einschreiten.

Beamtin verletzt

Die Polizisten fanden den Mann äußerst aggressiv vor. Die Türe war eingetreten, der kleine, aber korpulente Italiener gebärdete sich wild. Er schubste eine Beamtin, dass sie eine Ellbogenprellung davontrug. Auch nach ihrem Kollegen trat der Mann. Damit ist wieder eine Reihe von Delikten zusammengekommen. Gefährliche Drohung, Sachbeschädigung, Widerstand gegen die Staatsgewalt, schwere Körperverletzung, weil eine Beamtin verletzt wurde. Die Strafe: zehn Monate Haft. Aus einer bedingten Entlassung aus dem Gefängnis sind noch zwei Monate offen. Eine Bewährungsstrafe von zusätzlichen zehn Monaten ist auch noch nicht vollzogen. Somit muss der Mann für insgesamt 22 Monate hinter Gitter. Er hofft, im Gefängnis wenigstens den Entzug so weit zu schaffen, dass er nach dieser Zeit von vorne beginnen kann. In Österreich hat er allerdings ein Aufenthaltsverbot und wird nach der Haft wieder abgeschoben. „Einfach wird es nicht, aber das ist der einzige Weg“, wünscht ihm der Richter viel Glück. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, der Verurteilte sieht die Strafe allerdings ein und entschuldigt sich nochmals bei allen.