Auch dank der Jungen gute Saison für Alphütten

Vorarlberg / 04.09.2019 • 17:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
So wie das Madlenerhaus in der Silvretta erfreuen sich Schutzhütten als Ort zum Rasten, Essen oder Übernachten großer Beliebtheit. VN/Steurer
So wie das Madlenerhaus in der Silvretta erfreuen sich Schutzhütten als Ort zum Rasten, Essen oder Übernachten großer Beliebtheit. VN/Steurer

Pächter sprechen von einer insgesamt guten Saison. Bewegung in den Bergen liegt im Trend.

Schwarzach Rainer Schlattinger (57), Geschäftsführer des Vorarlberger Alpenvereines, muss es wissen. „Es war bisher eine wirklich gute Wandersaison. Die Schutzhütten sind mit der Frequenz sehr zufrieden. Auch wenn es im vergangenen Jahr sogar noch etwas besser war.“

Fernwandern ist ein Hit

Wandern und andere Bewegungsformen in den Bergen sind wieder „in“. Vor allem die Jungen haben die alpine Landschaft als begehrten Aufenthaltsort entdeckt. „Klettergärten ziehen dabei ebenso wie Fernwanderungen. Bei letzteren laufen die Leute von einer Hütte zur anderen und legen dabei weite Strecken zurück“, berichtet der Geschäftsführer des Alpenvereins von zahlreichen Aktivitäten im Gebirge.

„Klettergärten ziehen ebenso wie Fernwanderungen von Hütte zu Hütte.“

Rainer Schlattinger, Vorarlberger Alpenverein

Besonders beliebt sind die Berge dann, wenn es im Tal unten kochend heiß ist. „Das ist der Grund, warum die letzte Saison für die Hüttenpächter herausragend war. Die Menschen zog es in Massen in die kühleren Berge.“ Der Wanderer will vor allem eines: schönes Wetter. Ist der Wetterbericht durchwachsen oder schlecht, machen sich viele erst gar nicht auf den Weg. Dies war im vergangenen Jahr nicht der Fall, was den Schutzhütten gute Geschäfte ermöglichte.

Bestes Jahr

„Wir verzeichnen die beste Saison, seit wir die Hütte führen, und das sind immerhin schon zehn Jahre“, freut sich Zita Eberhard vom Freschenhaus im Bregenzerwaldgebirge nahe Laterns. Wohlwollend zur Kenntnis nimmt die Hüttenwirtin vor allem auch, dass ihr Publikum bunt gemischt ist. „Wir haben Stammgäste ebenso wie Junge und Tagesgäste.“ Im Freschenhaus kehren bevorzugt Vorarlberger ein. Laut Wirtin besticht die Hütte durch ihre Küche. „Es ist bei uns alles hausgemacht. Vielleicht hat sich das ja auch herumgesprochen, und es kommen daher immer mehr Gäste.“ Wie in den meisten Schutzhüten kann man im Freschenhaus auch übernachten. Die Herberge auf 1846 Metern Seehöhe bietet 50 Schlafplätze.

Weniger Nächtigungen

Von einer guten, aber nicht herausragenden Saison spricht Andreas Hassler (57), Pächter der Sarotlahütte im Rätikon. Das Haus liegt auf 1600 Meter Höhe und ist nur über einen langen Fußmarsch erreichbar. Lebensmittel und andere Güter müssen ebenfalls zu Fuß oder gelegentlich per Hubschrauber hergeschafft werden. „Der Juli war gut, der August weniger. Vor allem mit den Nächtigungen ist es nicht so gut gelaufen“, zieht Pächter Andreas Hassler (57), der die Hütte schon 30 Jahre bewirtschaftet, eine durchwachsene Zwischenbilanz. „Aber es kommt ja noch der September“, bleibt Hassler guter Dinge.

Wie auch immer: Den Trend zum Wandern könnte auch ein schlechter September nicht zerstören. Rainer Schlattinger kommen diesbezüglich gerne die 70er-Jahre in den Sinn. „Damals gab’s noch nicht so viele Fernreisen, die Quartiere in den Schutzhütten waren im Sommer voll. Immerhin haben sich die Mitgliederzahlen des Alpenvereins in den letzten 18 Jahren verdoppelt. 27.000 Personen gehören nun zum Verein. „Nur leider lassen sich daraus wenige Hütten- und Wegwarte rekrutieren“, bedauert Schlattinger.