Innovationsökologie und ­Kreativität als Standortmotor

Vorarlberg / 04.09.2019 • 21:55 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wie immer eine Attraktion und ein Anziehungspunkt auf der Dornbirner Messe sind die täglichen Modeschauen.
Wie immer eine Attraktion und ein Anziehungspunkt auf der Dornbirner Messe sind die täglichen Modeschauen.

Eröffnung der Herbstmesse im Zeichen des wirtschaftlichen Wandels.

Dornbirn Seit nunmehr sieben Jahrzehnten gilt die große Publikumsmesse als Schaufenster der Wirtschaft Vorarlbergs. Ebenso lange steht die Eröffnung im Zeichen einer florierenden Ländle-Wirtschaft. Um weiterhin vorne mitzumischen, darf man sich neuen Entwicklungen nicht verschließen, lautete der Tenor der Festredner bei der gestrigen Eröffnung mit rund 1000 Gästen aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik.

Besonders groß war diesmal der Aufmarsch der Vertreterinnen und Vertreter der Landespolitik. Grund dafür dürften die bevorstehenden Bundes- und Landtagswahlen sein. Und da wollen alle Farben gut vertreten sein. Eine politische Veranstaltung wurde die Eröffnung allerdings nicht. Im Mittelpunkt stand die Zukunft der Wirtschaft des Landes, die wie überall vor allem durch das neue Zeitalter der Digitalisierung vor Veränderungen steht.

Messequartier

Ein Gradmesser für die florierende Wirtschaft ist neben den Fachmessen vor allem die große Publikumsmesse im Herbst. Otto G. Mäser, Aufsichtsratsvorsitzender der Messegesellschaft, zeigte sich mit dem Ausstellerinteresse mehr als zufrieden: „Es sind wiederum 500 Firmen aus zehn Ländern vertreten.“ Geschäftsführerin Sabine Tichy-Treimel wies darauf hin, dass das Messequartier vor allem auch wegen der neuen Hallen inzwischen längst zu einem Zentrum großer Veranstaltungen weit über die Messen hinaus geworden ist. Für Bürgermeisterin Andrea Kaufmann ein Beweis, dass sich die hohen Investitionen aus der Stadt- und Landeskasse in die Verbesserung der Infrastruktur rentiert haben. „Neuestes Beispiel ist die Halle 5, die bei der Weltgymnaestrada ihre Feuertaufe bereits bestanden hat.“

Landeshauptmann Markus Wallner ließ es sich nicht nehmen, die Medaillengewinner der Berufsweltmeisterschaften vor den Vorhang zu holen: „Es macht Freude, wenn man in ganz Europa sagen kann, dass Vorarlberg die besten Lehrlinge hat.“ Für den Landeschef sind es genau diese Fachkräfte, die am Erfolg der Wirtschaft des Landes maßgeblich beteiligt sind. Allerdings wird auch die Politik ihren Beitrag leisten müssen, um Vorarlberg zum Musterland der Innovation zu machen.

Beste Chancen

Die Chancen dafür stehen gut, zog der Hauptreferent des Tages, Chris Müller, Direktor des Innovationszentrums Tabakfabrik Linz, den Hut vor der Bereitschaft der Vorarlbergerinnen und Vorarlberger, sich neuen Herausforderungen zu stellen.

Den Wirtschaftstreibenden riet er, sich neuen Wegen nicht zu verschließen und in Zukunft unter dem Motto „Weg vom Egosystem, hin zum Ökosystem“ auf Zusammenarbeit zu setzen. Dazu müssten Orte geschaffen werden, wo man in direkter Nachbarschaft Erfahrungen austauschen kann.

„Gigantisches schaffen“

Im Blick hat Müller die Region rund um die Fachhochschule. Für ihn der ideale Ort, die Voraussetzungen für die Wirtschaft der Zukunft zu schaffen. Das Land könnte sich dabei am Beispiel der Tabakfabrik orientieren, wo derzeit über 1600 Jungunternehmer unter einem Dach an neuen Entwicklungen tüfteln: „Wo früher Tabakrauch aufstieg, rauchen jetzt die Köpfe.“ Dem Land und auch Wirtschaftstreibenden schlägt er vor, das nötige Geld in die Hand zu nehmen, um die notwendige Infrastruktur zu schaffen: „Überbaut die Dornbirner Ache, schafft einfach etwas Gigantisches.“ Das habe in Linz bestens funktioniert. Um aus aller Welt schlaue Köpfe nach Dornbirn zu bringen, müssten, so Müller, allerdings in unmittelbarer Nachbarschaft des Kreativ- und Forschungszentrums auch Wohnmöglichkeiten geschaffen werden.

Die Ideen des Mannes aus Linz verhallten in Vorarlberg nicht ungehört, betont der Landeshauptmann: „Er hat mit seiner Tabakfabrik Vorarlberg aufgerüttelt.“

„Es sind wiederum 500 Firmen aus zehn Ländern vertreten.“