Kunstschnee erreicht Gaschurn

Vorarlberg / 04.09.2019 • 09:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die beschneite Talabfahrt in Gaschurn wird künftig durch den Ortsteil "Gundalatscherberg" zur Talstation der Versettlabahn (l.) führen.VN/Lerch
Die beschneite Talabfahrt in Gaschurn wird künftig durch den Ortsteil „Gundalatscherberg“ zur Talstation der Versettlabahn (l.) führen.VN/Lerch

Jahrhundertprojekt „Beschneite Talabfahrt“ geht nun tatsächlich in die Umsetzung.

Gaschurn Seit über 20 Jahren ist man in der Gemeinde Gaschurn um eine beschneite Skipiste vom Skigebietsteil Versettla ins Tal bemüht. Nachdem im Dezember 2016 die Unterschriften sämtlicher betroffener Grundeigentümer vorlagen, wurde im Vorjahr der Ausbau der bereits vorhandenen Skiroute zur beschneiten Piste 60 beschlossen. Dem positiven Teilbescheid der BH Bludenz folgte im Frühjahr jedoch eine Beschwerde beim Landesverwaltungsgericht, was das Vorhaben neuerlich ins Stocken brachte.

Inzwischen ist der Weg für die Projektdurchführung aber geebnet, wie Bürgermeister Martin Netzer erfreut berichten kann. „Dieses für die Gemeinde Gaschurn und das ganze Montafon wichtige Projekt kann nun gesamthaft umgesetzt werden“, so der Gemeindechef. Das gemeinhin als „beschneite Talabfahrt“ bezeichnete Projekt sei dabei viel mehr als das, ist Netzer überzeugt. „Wir bekommen eine attraktive Piste. Zudem wird damit die für unsere Gäste so wichtige Schneesicherheit geschaffen, was es unseren Tourismusbetrieben ermöglicht, den Gästen schon ab Dezember 2020 ein verlässliches Angebot bieten zu können“, so der Gaschurner Bürgermeister, der hinzufügt: „Wir gehen davon aus, dass diese Investition zahlreiche weitere auslösen wird.“

Über zwölf Millionen Euro

Bereits im Sommer erfolgte die Unterzeichnung des Kooperationsvertrags zwischen Gemeinde und Silvretta Montafon als Projektbetreiber. Das Tourismusunternehmen investiert mehr als zwölf Millionen Euro in den Ausbau der rund 7,5 Kilometer langen Skipiste von der Mittelstation bis in Tal sowie die Errichtung einer separaten Schneeanlage mit über 80 Schneekanonen bzw. -lanzen.

Wir gehen davon aus, dass diese Investition zahlreiche weitere auslösen wird.

Martin Netzer
Bürgermeister

Die baulichen Maßnahmen haben mit den ersten Rodungsarbeiten bereits begonnen. Zum Abschluss wird das Projekt aber erst nächstes Jahr kommen. „Was wir machen können, wird heuer noch erledigt“, sagt Netzer. Dazu gehört neben der Errichtung einer neuen Pumpstation bei der Talstation auch die Verlegung eines Teils der nötigen Zuleitungen. Als weiterer Partner wurden die Vorarlberger Illwerke mit ins Boot geholt. Das zur Beschneiung erforderliche Wasser wird nämlich aus der örtlichen Kraftwerksanlage entnommen.

Parallel zum Talabfahrtsprojekt wird seitens der Gemeinde auch die Wasserversorgung in diesem Ortsteil ausgebaut. Dabei wird im Bereich der Mittelstation ein neuer Hochbehälter für die Trink- und Löschwasserversorgung errichtet. „Wir sind darum bemüht, so viele Synergien wie möglich zu nutzen“, so Netzer, der gemeindeseitig von einer Investition in Höhe von 1,2 Millionen Euro spricht.