Zeljko Bilic: Anlaufstelle, Stütze und Vermittler

Vorarlberg / 04.09.2019 • 11:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Zeljko Bilic (mit Rocky) hat erst mit Verspätung den Weg in die Jugendarbeit gefunden. Er ist seit Dezember Leiter der OJA Meiningen.
Zeljko Bilic (mit Rocky) hat erst mit Verspätung den Weg in die Jugendarbeit gefunden. Er ist seit Dezember Leiter der OJA Meiningen.

Seit Dezember 2018 leitet Zeljko Bilic die offene Jugendarbeit in Meiningen.

Meiningen Der 1971 in Bregenz geborene Zeljko Bilic hat nach seiner Schulzeit eine Lehre als Schlosser absolviert, aber schon da seinen Hang zur Jugendarbeit entdeckt, er war Jugendvertrauensrat in seinem Lehrbetrieb. Nach dem Abschluss war Bilic dann auf der Suche nach seiner Berufung. Er arbeitete als Taxifahrer, als Marktverkäufer und versuchte sich an der Krankenpflegeschule. Mit der Geburt seiner ersten Tochter 1995 wechselte er als Quereinsteiger in die Jugendarbeit, zuerst ins Between in Bregenz,dann auch in die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein. Parallel dazu absolvierte Bilic die Ausbildungen in Schloss Hofen und holte sich Zusatzqualifikationen als Erlebnispädagoge und als Jugendritualleiter.

Das es bei Bilic etwas länger gedauert hat, bis er seine wahre Berufung gefunden hat, ist vielleicht der Grund, warum er stets gerne eine Stütze bei der Suche nach dem richtigen Beruf für die Jugendlichen war und ist. Bevor er im Dezember 2018 die Leitung der OJA Meiningen übernommen hat, war er als interimistischer Leiter im Feldkircher Graf Hugo tätig. Dort engagierte er sich vor allem im Bereich Gewaltprävention, in der Migrationsarbeit und in der Bubenarbeit.

Dorf ist weniger anonym

Der Wechsel nach Meiningen war dann ein großer Schritt, unterscheidet sich die Jugendarbeit in der Stadt doch von der in einer kleinen Gemeinde. Hier kennen ihn alle Jugendlichen und er wird gerne als Anlaufstelle bei Problemen kontaktiert. In der anonymen Stadt war das deutlich weniger der Fall. „In Meiningen ist man greifbar, die Wege sind schneller und kürzer, grundsätzlich mag ich das“, sagt der vierfache Vater. Auch Ressourcen und Budgets sind am Land deutlich geringer, was die Arbeit herausfordernd, aber auch spannend macht.

„Der Missbrauchsskandal in Altach hat ein Stück Leichtigkeit in der Arbeit gekostet und beschäftigt mich noch heute.“

Zeljko Bilic, OJA Meiningen

Der Fall um den Missbrauch durch den Leiter des Altacher Jugendtreffs hat Bilic persönlich schwer getroffen: „Es hat ein Stück Leichtigkeit in der Arbeit gekostet und beschäftigt mich noch heute.“ Vor allem auch, weil er den mittlerweile verurteilten Jugendarbeiter persönlich gekannt hat. Reagiert wurde entsprechend, so wurde ein neuer Leitfaden erarbeitet, es herrscht, auch aus Eigeninteresse, ein Vier-Augen-Prinzip und man achte noch genauer auf einen korrekten Umgang mit den Jugendlichen.

Die Gestaltung des Programms der OJA erfolgt soweit möglich mit den Jugendlichen zusammen. Eingeführt wurden AHA-Jugend-Points, womit sich jeder mit seinen Diensten wertvolle Belohnungen erarbeiten kann. Neben Ausflügen, Workshops und dem regulären offenen Betrieb ist Ende des Jahres eine Foto-Vernissage geplant. Die Jugendlichen werden zusammen mit Profis ihren Lieblingsplatz ablichten und beschreiben. Der rege Zuspruch (30 – 50 regelmäßige Besucher im Jugendtreff Point) sind ein klares Votum für die erfolgreiche Arbeit von Bilic. CEG