Ein RADgeber für die Trends von morgen

Vorarlberg / 05.09.2019 • 20:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Was auf der Eurobike in Friedrichshafen heuer angesagt ist.

Schwarzach Jeder hat sein Päckchen zu tragen, nicht nur die deutsche Post, für die die Dornbirner Fahrradschmiede Kraftstoff seit ein paar Jahren Lastenräder produziert. „Wir dürfen das Modell jetzt auch anderen offerieren“, erzählt Kraftstoff-Chef Oliver Mösslang am Kraftstoff-Stand auf der Eurobike in Friedrichshafen. Das Dreirad mit Mittelmotor und Differenzial ist modular und mit den verschiedensten Aufbauten zu haben. „Es geht so weit, dass es als Campingmobil genutzt werden kann. In Deutschland sind Cargobikes auch für den kommunalen Einsatz ein Riesenthema“, erläutert Mösslang. Mindestens 80 Prozent der Räder, die die Dornbirner Firma verkauft, werden mittlerweile elektrisch angetrieben. An der Wand hinter dem orangen Lastenflitzer hängt ein E-Bike mit dem derzeit stärksten Motor am Markt. 160 Newtonmeter Drehmoment, bis zu 75 km/h schnell, Gashebel. Wobei, Fahrrad? „Das ist ein Fungerät. Das hat mit einem normalen Fahrrad nichts mehr zu tun“, meint denn auch der Kraftstoff-Chef. Wer das Gefährt erwirbt, muss eine Vereinbarung unterschreiben, dass es als Sportgerät verkauft wird und für den Einsatz auf öffentlichen Straßen nicht zugelassen ist. Zielgruppe sind unter anderem Motorradfahrer, „die sich nicht mehr trauen, mit dem Motorrad auf die Alpe zu fahren, weil sie vielleicht einmal einen Anschiss bekommen haben“. „Damit sind sie immer noch als sogenannter Fahrradfahrer unterwegs“, ergänzt Mösslang, bevor er ein weiteres Highlight für 2020 präsentiert: ein E-Rennrad. „E-Rennräder sind voll im Kommen“, unterstreicht auch Simplon-Vertriebschef Andreas Rauter in der Halle schräg gegenüber.

Gravelbikes

Im „Kiaro Pmax“ des Harder Fahrradherstellers steckt der Motor in der Hinterradnabe, der Akku ist im Unterrohr verbaut, die Steuerung erfolgt über eine App. „Der Einsatzbereich ist recht vielseitig. Du möchtest mit einer Gruppe mitfahren, die stärker ist als du. Du steigst erst in den Sport ein und möchtest dich nicht völlig abquälen. Oder du möchtest immer mit einer konstanten Herzfrequenz treten, was sehr gut für den Trainingseffekt ist“, führt Rauter aus. Gleich ums Eck befindet sich „der neueste Trend“ in Sachen Fahrräder. Ein Gravelbike, also ein Rennrad mit etwas breiteren, Schotterstraßen-tauglichen Reifen samt Profil. „In Kurvenlagen und auf schlechten Wegen bist du damit viel sicherer und viel komfortabler unterwegs“, verweist der Simplon-Vertriebsleiter auf die Vorzüge des ebenfalls motorisierten Flitzers.

Außerdem hoch im Kurs: Falträder, darunter das weltweit erste E-Faltrad im Großformat mit 28-Zoll-Laufrädern (Electric M-E1 von Montague). Intelligente und sichere Technik vom Helm bis zur Fahrradweste mit integriertem Airbag von Helite. Und: E-Bikes für Kinder. „Die ganze Familie fährt E. Das wäre vor drei, vier Jahren unvorstellbar gewesen“, meint Oliver Mösslang von Kraftstoff.

Auf der 28. Eurobike präsentieren in dieser Woche 1400 Aussteller aus 60 Ländern die neuesten Ideen. Die ersten drei Tage ist die Messe nur für Fachbesucher und akkreditierte Journalisten zugänglich. Der Festival Day am Samstag richtet sich an alle Fahrrad-Fans. vn-ger

Ein smarter Trend: Auf dem Rollentrainer geht es meist virtuell zur Sache. VN/Paulitsch
Ein smarter Trend: Auf dem Rollentrainer geht es meist virtuell zur Sache. VN/Paulitsch

Die VN verlosen 5×2 Karten für den Eurobike-Festival-Day morgen, Samstag, 7. September. Schicken Sie bis 12 Uhr ein Mail an: redaktion@vn.at, Betreff: Eurobike.