Neue rote Vorfeldorganisation für Homosexuelle

Vorarlberg / 05.09.2019 • 19:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
SPÖ-Chef Martin Staudinger (links) freut sich über Soho Vorarlberg und dessen Vorsitzenden Michael Egger (Mitte). Zur Gründung war Bundesvorsitzender Mario Lindner zu Gast. Foto: Riepler/SPÖ

Michael Egger ist Vorsitzender von Soho Vorarlberg.

Dornbirn Blutkonserven sind Mangelware. Alle Jahre wieder startete das Rote Kreuz einen Aufruf, man möge bitte Blut spenden. Einer Gruppe ist es allerdings nicht erlaubt. Homosexuelle Männer dürfen kein Blut spenden. Genauer: Männer, die mit Männern Sex haben. Ein Umstand, den die Community im Land ganz besonders ärgert. Einer davon ist der 30-jährige Lochauer Michael Egger. Er ist überzeugt: „Solange es Diskriminierungen wie diese gibt, müssen wir sichtbar sein. Wir sind in einem der konservativsten Bundesländer, wir müssen uns zeigen!“ Der SPÖ-Landtagskandidat hat deshalb am Donnerstag in Dornbirn eine Vorarlberger Sektion der Partei-Vorfeldorganisation Soho (Sozialdemokratie und Homosexualität) Vorarlberg gegründet.

Zur Gründung reiste der Österreich-Vorsitzende Mario Lindner an. Seit 2017 ist er Nationalratsabgeordneter, zuvor saß er im Bundesrat. Lindners Outing 2016 fiel in seine Zeit als Bundesratsvorsitzender. „Ich bin überzeugt, dass es Role-Models braucht“, hält der Steirer fest und ergänzt: „Leider.“ Die Menschen müssten sich sichtbar machen und stolz sein, ergänzt Egger.

Die jüngsten Verbesserungen wären von Gerichten umgesetzt worden, nicht von der Politik, fährt Lindner fort. Bei der Ehe für alle oder dem dritten Geschlechtseintrag sei es so gewesen. „Ein selbstbestimmter Zugang zum Eintrag fehlt bis heute“, ärgert er sich. Lindner fordert zudem, dass die sexuelle Orientierung in den Artikel 7 der Bundesverfassung aufgenommen wird. Das ist jener Artikel, der die Gleichstellung aller Menschen sicherstellt. Michael Egger fährt fort: „Auch in der Landesverfassung braucht es eine Änderung.“ Schon 2015 forderte die SPÖ, Regenbogenfamilien aufzunehmen, das Ansinnen scheiterte allerdings an den Regierungsparteien ÖVP und Grüne sowie an der FPÖ. „Sie sagten, mit dem Familienbegriff in der Verfassung seien alle Familien gemeint“, erläutert SPÖ-Vorsitzender Martin Staudinger. Egger fügt an: „Mit demselben Argument wehrt man sich gegen gendern. Aber Frauen müssen in der Sprache sichtbar gemacht werden, dasselbe gilt für Regenbogenfamilien.“

Soho Österreich verfügt über rund 500 Mitglieder und Sympathisanten. Seit Donnerstag sind einige aus Vorarlberg neu dabei.