Welche Risiken falsches Schuhwerk am Gaspedal birgt

Vorarlberg / 05.09.2019 • 09:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ungeeignetes Schuhwerk am Steuer kann im Falle eines Unfalls ein Mitverschulden des Lenkers bedeuten. VN/Hartinger
Ungeeignetes Schuhwerk am Steuer kann im Falle eines Unfalls ein Mitverschulden des Lenkers bedeuten. VN/Hartinger

Flip-Flops und Co.: Erlaubt ist viel, verkehrstauglich jedoch wenig.

Christiane Eckert

Schwarzach Herrscht gerade keine Kaltfront, wählen viele Autofahrer verständlicherweise offenes Schuhwerk. Gummiclocks in schrillen Farben oder Badeschlapfen liegen im Trend. Damen greifen abends gerne zu Sandalen mit hohem Absatz und lockerem Fersenriemchen. Das ist im Falle einer notwendigen Vollbremsung allemal ein Risiko. Verboten sind sie jedoch nicht. Die Straßenverkehrsordnung verlangt ganz allgemein eine „körperliche und geistige Verfassung, in der man sein Fahrzeug zu beherrschen vermag“ und appelliert an den Hausverstand.

Selbstverantwortung

Niemand kann bestraft werden, weil er mit sogenannten „Jesuslatschen“ am Steuer sitzt. Ist er damit brenzligen Situationen gewachsen, ist das in Ordnung. Der Träger muss ausreichend Halt und Feinfühligkeit bei der Betätigung der Pedale haben. Kann nachgewiesen werden, dass der Lenker bei einem Unfall aufgrund von schlechtem Schuhwerk zu langsam oder falsch reagiert hat, wird ihm das zum Verhängnis. „Falls ungeeignetes Schuhwerk zu einem Unfall führt, wird dem Fahrer ein (Mit-)Verschulden angelastet, außerdem könnte die Kaskoversicherung aufgrund grober Fahrlässigkeit aussteigen“, so Rechtsanwältin Olivia Lerch.

Wer damit gut fährt, kann also beinahe anziehen, was er oder sie will. Oder auch nicht anziehen, denn auch barfuß zu fahren ist legal. Ob nasse Schweißfüße allenfalls abrutschen oder gar am Pedal kleben bleiben, wie Verkehrsjuristen in einem Kommentar ausführen, gilt es selbst abzuwägen. Verboten ist schuhfreies Fahren jedoch nicht.

Kein Spielraum

Der Gesetzgeber schreibt kein spezielles Schuhwerk vor. Dass Schuhe hinten ein Fersenriemchen haben müssen, ist eine weit verbreitete Fehlmeinung. Ende der Fahnenstange ist jedoch bei Gipsbein oder Skischuhen. Hier erklärt sich von selbst, dass selbst der geschickteste Autofahrer damit nicht zurecht kommt. Somit muss sich jeder bei strahlend blauem Himmel, schweißtreibenden Temperaturen und modischen Verlockungen selbst die Frage stellen: Wäre ich mit diesen Schuhen schnell genug, wenn unerwartet ein Hindernis auftaucht? Wenn ja, dann gute Fahrt, mit welchem Schuhwerk auch immer.