Wie Neos den Fachkräftemangel bekämpfen wollen

Vorarlberg / 05.09.2019 • 21:52 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Dornbirn Vom Meister zum Master und Botschaft statt Rot-Weiß-Rot-Karte: Die Neos haben am Donnerstag ihre Ideen gegen den Fachkräftemangel präsentiert. Unter anderem soll durch einen modularen Aufbau der Lehre der Umstieg in andere Beruf erleichtert werden, der Meisterkurs ebenso wie die akademische Ausbildung kostenfrei sein und jeder Lehrberuf auch mit Matura oder Studienberechtigungsprüfung abgeschlossen werden können. „Wer Lehrabschlussprüfung, Matura und Meisterprüfung erfolgreich absolviert hat, soll einen Bachelortitel verliehen bekommen, wenn die entsprechenden Ausbildungen im Umfang des Bolognasystems abgedeckt sind. Damit soll die Möglichkeit geschaffen werden, direkt in eine Masterausbildung einzusteigen“, formuliert Neos-Landesvorsitzende Sabine Scheffknecht eine weitere Forderung.

Über die Botschaft

Österreich brauche aber auch eine Einwanderungsstrategie. „Es gibt eine wissenschaftliche Analyse, wonach österreichweit 180.000 Fachkräfte fehlen. 60 Prozent aller Klein- und Mittelbetriebe sagen jetzt schon, dass dieser Fachkräftemangel zu Umsatzeinbußen führt“, ergänzt der stellvertretende Neos-Vorsitzende Sepp Schellhorn. Die Pinken schlagen daher vor, dass sich potenzielle Fachkräfte vom Ausland aus in der Botschaft bzw. dem Konsulat für einen Job in Österreich bewerben können („nach einem Punktesystem“) und anschließend über eine Onlineplattform vermittelt werden. Dass Lehrlinge abgeschoben werden, ist für Schellhorn „nicht nur ein menschliches Desaster, sondern ein wirtschaftspolitischer Wahnsinn“. Die Neos wollen daher in der nächsten Nationalratssitzung einen Antrag für ein „3+2 Modell“ einbringen, sprich: Asylwerber unter 25 Jahren können drei Jahre lang eine Lehre absolvieren und anschließend zwei Jahre lang den erlernten Beruf ausüben. „Danach soll noch einmal ein Verfahren starten, das über ihre Integrationsfähigkeit befindet“, führt der Neos-Nationalratsabgeordnete aus. All das seien kleine Maßnahmen, die kurzfristig helfen können. Langfristig müsse man über eine Bildungsrevolution nachdenken. Schellhorn: „Ein essenzieller Bestandteil ist die mittlere Reife, das heißt nicht mehr neun, sondern mindestens elf Pflichtschuljahre.“  vn-ger