Annäherung am Bahnhof

Vorarlberg / 09.09.2019 • 19:44 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Gespräche zwischen Seestadt und Seequartier, Einigkeit über neuen Wettbewerb.

Geraldine Reiner

Bregenz Die Weichen für den Bregenzer Bahnhof sind gestellt. Mitte Juni präsentierten Stadt, ÖBB und Land in groben Zügen die Pläne für den Neubau. Wenige Stunden später folgte in der Stadtvertretung der „Beschluss einer Grundsatzvereinbarung zur Mobilitätsdrehscheibe Bahnhof Bregenz“. Jetzt gelte es, in die Umsetzung zu kommen, weitere Verzögerungen könnten die Finanzierungszusagen gefährden, betonte Bürgermeister Markus Linhart damals.

Eine nicht unwesentliche Rolle bei der Realisierung des Projekts spielen zwei private Großprojekte in unmittelbarer Nähe. „Die Schnittpunkte sind so intensiv, dass es nicht geht, wenn die Betreiber von Seestadt und Seequartier nicht mitmachen. Das betrifft die gemeinsame Tiefgarage, die gemeinsame Erschließung und auch die Abstimmung in der Nutzung“, unterstreicht Linhart einmal mehr.

Wie beide Seiten auf Anfrage bestätigen, scheint nun Bewegung in die Sache gekommen zu sein. „Wir sind in enger Abstimmung mit den Betreibern des Seequartiers, Stadt, Land und ÖBB. Der Bahnhofsbeschluss hat es uns erleichtert, dass wir schneller zusammenkommen“, sagt Prisma-Vorstand Bernhard Ölz. Im Mittelpunkt der Gespräche stünden die gemeinsame Tiefgarage („wo sind die Zu- und Abfahrten“), die Parkplatzanzahl, die jeweiligen Nutzungen und der Standort für den provisorischen Bahnhof. Ein Grundsatzbeschluss für einen Neustart des Seestadtprojekts sei zwar noch nicht gefallen, aber „wir sind alle positiv gestimmt“, meint Ölz.

Auf „Stand-by“

Auf dem Seestadtareal (Prisma und Spar) ist eine städtische Bebauung mit mehreren Einzelobjekten vorgesehen. Die Gewerbeflächenflächen sollen gegenüber dem Vorgängerprojekt von 14.000 auf 5000 bis 7000 Quadratmeter reduziert werden. Der Rest ist für Büros und Mietwohnungen reserviert, die Tiefgarage einstöckig geplant. Außerdem könnten die Stadtbibliothek oder Kinderbetreuungseinrichtungen in die Seestadt einziehen.

Teil der Seequartierpläne (i+R und Rhomberg Bau) sind die beiden Eberle-Türme und ein Hotel. Was zwischen den beiden Baufeldern passiert, ist indes noch offen. Die ÖBB seien derzeit mit den Planungen und mit der Definition der Anforderungen beschäftigt. „Solange das nicht abgeschlossen ist, müssen wir auf ,Stand-by‘ bleiben, da wir die Schnittstellendefinitionen zum Bahnhof brauchen, um dann die anderen Baufelder planen bzw. definieren zu können. Sobald diese fix sind, können wir mit den Detailplanungen beginnen“, führt Seequartier-Pressesprecher Martin Dechant aus. 

Neuer Wettbewerb

Nächste Woche ist laut Bürgermeister Linhart ein Treffen mit den Betreibern von Seestadt und Seequartier geplant, „wo ich hoffe, gute Nachrichten zu bekommen“. Parallel dazu befänden sich die Rahmenvereinbarungen mit den ÖBB in den finalen Zügen. Einig sei man sich bereits darüber, dass es für die Bebauung der Fläche zwischen den Eberle-Türmen und dem Hotel einen neuen Wettbewerb geben wird.

Für die Detailplanungen des neuen Bahnhofs wurde ein Jahr anberaumt. Zuerst soll die Hypo-Unterführung attraktiviert und barrierefrei ausgeführt werden. Da der Betrieb aufrechterhalten werden muss, nehmen die Bauarbeiten aller Voraussicht nach fünf Jahre in Anspruch. In das Projekt fließen rund 77 Millionen Euro. Einen Großteil davon tragen die ÖBB (48 Millionen Euro), das Land Vorarlberg steuert 15 Millionen bei, die Stadt 14 Millionen.