Das Bangser Ried im spätsommerlichen Kleid

Vorarlberg / 09.09.2019 • 15:44 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Regionsmanagerin Petra Häfele hat viel Wissenswertes rund ums Bangser Ried zu berichten.  HEILMANN

Eindrucksvolle Exkursion ins Feldkircher Naturjuwel.

Feldkirch An der Grenze von Vorarlberg und Liechtenstein lädt ein faszinierendes Naturjuwel ein: Etwa 50 Exkursionsteilnehmer am beliebten Naturvielfalt-Spaziergang erkundeten das spätsommerliche Blütenkleid der Streuwiesen im Bangser Ried und entdeckten vor Ort, wie unverzichtbar Moore im Kampf gegen den Klimawandel und im Artenschutz sind.

Auf eine Einführung über die Natura 2000 Europaschutzgebiete in Vorarlberg und ihre besonderen Schutzgüter folgte ein kurzer landschaftsgeschichtlicher Rückblick von der Vergletscherung bis zur Entwicklung der Niedermoore. Auch über die Geschichte der Siedlung, des Anbaus und der Bedeutung und Folgen von Hochwasserereignissen wurde informiert.

Gefährdete Arten

Moore werden in Hoch- und Niedermoore unterschieden. Sie binden CO2 und können als Kohlenstoffspeicher nicht nur klimaregulierend wirken, sondern sind Naturinseln für viele besonders gefährdete Arten. Dennoch werden weltweit viele Moore trockengelegt. Streuwiesen sind als Lebensraum für viele Tierarten und Riedpflanzen unverzichtbar. Dazu zählen Wiesenbrüter wie Braunkehlchen, Wachtelkönig und Baumpieper.

 Der große Wiesenknopf gehört zu den Pflanzen die aktuell im Bangser Ried blühen. Heilmann
Der große Wiesenknopf gehört zu den Pflanzen die aktuell im Bangser Ried blühen. Heilmann

Großer Wiesenknopf und Duft-Lauch sind zwei farbenprächtige Beispiele für das spätsommerliche Blütenkleid der Streuwiesen im Bangser Ried, welche die Teilnehmer am Spaziergang in ihrer vollen Pracht erleben durften. Hier fühlen sich Schmetterlinge wie die seltenen Wiesenknopfameisenbläulinge wohl. Während in gedüngten Fettwiesen nur bis zu 20 Bienenarten vorkommen, sind es in Magerwiesen bis zu 100 Bienenarten.

Sensibles Biotop

Damit das sensible Gleichgewicht des artenreichen Biotops erhalten werden kann, ist ein aktives Gebietsmanagement erforderlich. Dazu zählt zum Beispiel die Entfernung der Neophyten wie der Goldrute. Die Wiesen werden nur einmal jährlich gemäht, als Pilotprojekt dürfen einzelne Ausschnitte ein Jahr brach liegen und werden erst im Folgejahr gemäht, um die Arten zu schützen.

An der spannenden Riedexkursion nahmen die Regionsmanagerin der Natura 2000 Europaschutzgebiete Petra Häfele und Landwirtin und Gebietsbetreuerin Judith Heeb ebenso teil wie Bienenexperte Timo Kopf, der über die Bienenvielfalt berichtete. HE