Im Zeichen des friedlichen Zusammenlebens

Vorarlberg / 09.09.2019 • 18:13 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Mädchen von Politics4ourFuture bei deren Auftritt.
Die Mädchen von Politics4ourFuture bei deren Auftritt.

Fröhliches „Love and Peace“-Festival mit ernsten Themen.

Dornbirn Im Zeichen des Zusammenhalts stand das „Love and Peace“-Festival im Dornbirner Kulturhauspark am vergangenen Freitag mit Kultur, Musik, Tanz und Kulinarik sowie einer politischen Diskussion. Den Organisatoren war daran gelegen, ein Zeichen zu setzen. Veranstalterin Eva Fahlbusch vom Verein „Vindex – Schutz & Asyl“: „Die Idee für diesen Tag kam mir eines Abends am Küchentisch, als Tag für Tag, einfach permanent Nachrichten über Flüchtlinge, Muslime, illegale Migration in den Medien zu lesen war. Es klang ganz nach ,Wir und die anderen‘“. Sie wollte etwas machen, das Freude bereitet. Ein Fest, so wie sie es aus früheren Zeiten kannte, bei dem es um den Zusammenhalt und das friedliche Miteinander geht.

Kandidaten diskutieren

Einer der Höhepunkte des Tages war die politische Diskussion. Dazu wurden alle wahlwerbenden Parteien zur Nationalrats- und Landtagswahl eingeladen. Friedensforscherin Julia Felder warf Fragen auf und stimmte das Publikum und die politischen Vertreter auf die kommende Stunde ein. Die Mädchen von Politics4ourFuture präsentierten ihr Programm für eine diskriminierungsfreie Zukunft: „Wir forderen mehr Reflexion in der medialen Berichterstattung, eine Kopftuch-Quote in den Unternehmen und den Ausbau der schulischen Sozialarbeit.“ Für den Appell an religionsneutrale Zeugnisse bekamen die jungen muslimischen Frauen Zustimmung aller Parteivertreter auf der Bühne.

Interessierte Besucher

Thomas Schmidinger moderierte das Podium mit Thomas Doppelhofer (Jede Stimme GILT), Mesut Onay (KPÖ), Konrad Steurer (Der Wandel), Reinhold Einwallner (SPÖ), Nina Tomaselli (Die Grünen), Bernhard Ammann (Jetzt), Martina Rüscher (ÖVP), Johannes Gasser (Neos) und Simon Andujar (XI – Chance Zukunft). Die Besucher horchten den teilweise kontroversen Statements zu Klimanotstand, Abschiebungen oder Seenotrettungen interessiert zu. Die FPÖ hatte ihre Teilnahme laut Fahlbusch trotz mehrerer Anfragen abgelehnt.

Ein Zeichen setzen

Neben der politischen Botschaft war das Fest ein multikulturelles und buntes Zusammenkommen im Park. Auf der Bühne spielten z. B. die Toni Eberle Band oder das Ski-Schuh-Tennis Orchestra und es gab ein Kinderprogramm. Engagement auf mitmenschlicher Ebene wurde an Informationsständen dargestellt. Kulinarische Spezialitäten rund um den Globus wurden frisch gekocht und in Mehrweggeschirr angeboten. Stolz präsentierten die tschetschenischen Frauen, die jungen Männer aus dem Irak, die Familie Mathis mit ihrem syrischen Pflegesohn Bismillah oder Maya, Smriti und Elmar Müller ihre Leckereien aus Nepal. „Egal wie viele Leute das Festival besuchten, ein friedliches Miteinander und soziale Gerechtigkeit wird hier gelebt“, ist sich das Organisationsteam einig. Jeder ist gleich. Das wurde sichtbar. Für mehr Liebe und Frieden auf der Welt. blan

Die tschetschenischen Frauen kochten für Besucher, die trotz Regens in den Kulturhauspark gekommen waren. blan
Die tschetschenischen Frauen kochten für Besucher, die trotz Regens in den Kulturhauspark gekommen waren. blan