Initiative will Bludenz zukunftsfit machen

Vorarlberg / 10.09.2019 • 17:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Alpenstadt Bludenz soll dank der Initiative Junges Bludenz zukunftsfit gemacht werden.VN/LERCH

Die Initiative Junges Bludenz soll auf Jahrzehnte hinaus für positive Impulse sorgen.

Bludenz Bürger, insbesondere Jugendliche, in Entscheidungs- und Planungsprozesse einzubinden, ist das erklärte Ziel vieler Kommunen im Land. Als positive Beispiele lassen sich etwa die seit 20 Jahren bestehende Jugendbeteiligung der Stadt Dornbirn oder das vor drei Jahren initiierte Jugendforum des Standes Montafon nennen.

Nun will man auch in der Stadt Bludenz einen Vorstoß in diese Richtung unternehmen. Mit der Initiative Junges Bludenz soll es gelingen, Jugendliche in Zukunft sehr stark in Planungs- und Gestaltungsprozesse der Stadt einzubinden, erklärt Vizebürgermeister und Jugendstadtrat Mario Leiter, der die neue Initiative in Kooperation mit dem Land Vorarlberg diesen Herbst lanciert.

Einbindung der Jugend

Vorgesehen ist dabei ein stufenweiser Aufbau der Beteiligungsstrukturen in der Bezirkshauptstadt. In einem ersten Schritt soll in den kommenden Wochen mit der stärkeren Einbindung der Bludenzer Jugend begonnen werden. „Bludenzerinnen und Bludenzer ab 14 Jahren sollen im Rahmen eines Pilotprojekts die Schwelle zur Stadtpolitik überwinden“, beschreibt Leiter. In Form eines Jugendbeteiligungstages, der vom Büro für Zukunftsfragen des Landes moderiert wird, sollen interessierte Jugendliche motiviert werden, sich aktiv einzubringen. Im Rahmen der Aktivierungsphase soll sich ein Kernteam von bis zu 20 Jugendlichen herauskristallisieren, mit dem dann die weiteren Schritte geplant und koordiniert werden. „Das Interesse und die Bereitschaft zur Mitarbeit sind da“, ist Leiter aus zahlreichen Gesprächen mit der städtischen Jugend überzeugt.

Neue Form der Beteiligung

In der neuen Initiative sieht der Bludenzer Vizebürgermeister die Chance einer neuen Form der Jugendbeteiligung. „Der Jugendrat der Stadt ist in seiner jetzigen Form veraltet“, findet er. Es gelte, bei Diskussionsveranstaltungen, Workshops, Round-Table-Gesprächen, Bildungsveranstaltungen und ähnlichem konkrete Themen zu erarbeiten, die dann den Weg in den Jugendausschuss und in weiterer Folge auch in die Stadtvertretung finden. „Wir haben in der Vergangenheit mehr als genug Konzepte erstellt, die dann nicht zur Umsetzung gekommen sind. Jetzt gilt es, Maßnahmen zu setzen und Projekte konsequent umzusetzen“, so der Jugendstadtrat. Entscheidend sei, dass die Themen und Anliegen von den Jugendlichen kommen. „Es geht darum, ihr Interesse an Bludenz zu wecken.“ Darauf aufbauend soll formuliert werden, was es braucht, damit die Alpenstadt in Zukunftsfragen wie Klimaschutz, Digitalisierung, soziale Gerechtigkeit und dergleichen vorbildlich voranschreitet.

Moderator statt Bestimmer

In den kommenden Jahren soll das Projekt Schritt für Schritt auf weitere Ziel- bzw. Bevölkerungsgruppen ausgeweitet werden. „Ich denke da an Lebensbereiche wie Wirtschaft, Bildung, Kultur oder Pflege“, nennt Leiter exemplarisch. „Die Stadt Bludenz ist die gemeinsame Verantwortung aller Bludenzer Einwohner. Politik darf nicht im luftleeren Raum stattfinden, sondern muss möglichst viele Menschen in die Gestaltung ihres eigenen Lebensumfelds einbinden“, führt Leiter aus. Der 54-Jährige sieht die Rolle des Politikers in Zukunft weniger als die des Bestimmenden, sondern vielmehr als die des Moderators, des Ermöglichers und des Ratgebers.

Synergien nutzen

Auch eine Vernetzung mit anderen, gleich großen Städten erachtet er in diesem Zusammenhang als zielführend, denn dadurch ergeben sich sinnstiftende Synergien und Projekte, die sich woanders bewährt haben, können übernommen bzw. für Bludenz adaptiert werden. Zunächst gilt es nun aber, mit Unterstützung des Landes die neue Initiative in der Alpenstadt zu etablieren, denn, geht es nach den Vorstellungen Leiters, soll „das Projekt über Jahrzehnte gehen“.