Kennzeichnung ist das Gelbe vom Ei

Vorarlberg / 10.09.2019 • 18:44 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Eier aus (Bio-) Freilandhaltung sind gefragt: 50 Prozent der Vorarlberger Konsumenten greifen bei diesen Eiern zu. VN/Steurer
Eier aus (Bio-) Freilandhaltung sind gefragt: 50 Prozent der Vorarlberger Konsumenten greifen bei diesen Eiern zu. VN/Steurer

Hälfte der Vorarlberger Konsumenten kauft Freilandeier.

Rankweil Seit 2004 wird jedes Ei mit einem Code gekennzeichnet, der Auskunft über Haltungsform, Herkunft und Haltbarkeit gibt. Dies hat vermehrt zu bewusster Ernährung und auch zu mehr Transparenz am Teller des Konsumenten gesorgt. „Diese einzigartige Entwicklung kommt uns zugute“, erklärt Gebhard Flatz, Geschäftsführer des Sennhofs Rankweil.

In den vergangenen Jahren hat Flatz bei den Konsumenten ein Umdenken im Einkaufverhalten bemerkt. Durch die Kennzeichnung sei der Konsument sehr sensibel geworden und achte genau darauf, zu welchen Eiern er greife, erklärt der Obmann des Vorarlberger Geflügelverbandes. Bei den Frischeiern, die der Kunde im Lebensmittelhandel für den Privatgebrauch einkauft, spiele Regionalität eine große Rolle. „Der Vorarlberger will ein Ei aus Vorarlberg bzw. aus Österreich.“ Durchschnittlich isst dieser 230 Eier pro Jahr, sei es als Frischeier oder als Bestandteil in Lebensmitteln. Für seine Eier gehe der Vorarlberger auch gerne vor Ort in Hofläden einkaufen. „Der Konsument will heutzutage wissen, woher sein Ei kommt und wie die Henne lebt.“

Freilandeier gefragt

Eier werden im heimischen Handel grundsätzlich in drei Kategorien eingeteilt: Boden-, Freiland- und Biohaltung. Seit 2009 ist die konventionelle Käfighaltung von Legehennen in Österreich gesetzlich verboten, EU-weit seit 2012. Statt nach Eiern aus Bodenhaltung werde mittlerweile verstärkt nach Freiland- und Bioeiern gefragt. Freilandeier sind inzwischen gleich beliebt wie Eier aus Bodenhaltung. Rund 50 Prozent der Konsumenten würden laut Flatz danach greifen, davon entscheiden sich rund 15 Prozent der Käufer für die Bio-Variante. Diese Kaufentscheidung des Konsumenten spiegelt sich auch auf dem Sennhof wider. „Ich habe 80.000 Legehennen, von denen die Hälfte im Freiland gehalten wird“, schildert der 57-Jährige. Weltweit würden 95 Prozent der Hennen in Käfigen gehalten.

Eier aus dem Inland

Die 66 registrierten Vorarlberger Geflügelhöfe produzieren laut Flatz über 35 Millionen Eier und decken damit 40 Prozent der jährlich mehr als 90 Millionen verspeisten Eier im Land ab. Österreichweit könne man 90 Prozent des Bedarfs an eigener Produktion abdecken. Alle Eier der Geflügelhöfe gehen an die Konsumenten, nicht an die Industrie, informiert Flatz. Im Vorarlberger Handel sind nur Eier aus Vorarlberg und Österreich erhältlich. Der Import und die Verarbeitung von Eiern aus konventioneller Käfighaltung in Österreich aber nach wie vor möglich. Häufig gelangen so Eier aus Käfighaltung in verarbeitete Lebensmittel. Aber beim Frischei genüge ein Blick. „Mit der AT-Kennzeichnung weiß man, dass das Küken und das Futter aus Österreich stammen, so Gebhard Flatz abschließend. 

„Der Vorarlberger will ein Ei aus der Region oder aus Österreich einkaufen.“

Legehennen in Vorarlberg*

Käfighaltung Keine Henne

Bodenhaltung 56.000 Hennen

Freilandhaltung 48.000 Hennen

Biohaltung 15.000 Hennen

 

* 66 registrierte Vorarlberger Geflügelhöfe, Kleinsthaltung nicht mitgezählt