Rettung des Staufensees beginnt

Vorarlberg / 10.09.2019 • 07:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Staufensee zwischen Rappen- und Alploch. HA

Absturzmaterial wird aus dem Rappenloch entfernt, um Spülung des Sees zu ermöglichen.

Dornbirn Am 9. Mai 2011 riss ein Felssturz die Rappenlochbrücke in die Tiefe. Die Gesteinsmassen verlegten auch das Bett der Ebniter Ache –  mit schwerwiegenden Folgen für den Staufensee: Ihm drohte die Verlandung, weil er nicht mehr gespült werden konnte. Achteinhalb Jahre nach dem Naturereignis wird dem Problem nun zu Leibe gerückt.

Um an die Geröllmassen herzukommen, wird in den kommenden Monaten eine Baustraße von der Ebniterstraße bis zum Grund des Rappenlochs gebaut. Vorher muss aus Sicherheitsgründen voraussichtlich Mitte Oktober noch eine überhängende Felsformation abgesprengt werden. „Nach Abschluss der Arbeiten wird es auch möglich sein, den Staufensee zu sanieren“, so Tiefbaustadtrat Gebhard Greber.  Sollte dies nicht gelingen, wäre sogar der Fortbestand des Kraftwerkes Ebensee am Eingang ins Alploch gefährdet.

Naturdenkmal erhalten

„Die geplanten Maßnahmen sind wichtig, um eines der bedeutendsten Naherholungsgebiete Dornbirns zu erhalten“, hofft Bürgermeisterin Andrea Kaufmann auf eine erfolgreiche und schnelle Umsetzung des Projektes. Im Frühjahr 2020 sollen die Arbeiten, die teilweise auch zu Verkehrsbehinderungen führen, abgeschlossen sein. Bei der Planung wurde darauf geachtet, dass der Eingriff am Grund der Schlucht möglichst schonend erfolgt. Veränderungen hat der Felssturz ohnedies schon verursacht: So musste der über 100 Jahre alte Schluchtenweg teilweise neu angelegt werden.

Neue Brücke

Das nächste große Vorhaben ist der Neubau der Rappenlochbrücke. Sie wird die provisorische Brücke, die 2011 von Pionieren des Bundesheers über die Schlucht gespannt wurde, ersetzen. Die Für die Planungskosten sind im Budget 2019 100.000 Euro reserviert. Wenn alles gut geht, könnte noch dieses oder spätestens nächstes Jahr mit dem Bau begonnen werden. Eile ist geboten, denn Geld aus dem Katastrophenfond des Bundes gibt es nur dann, wenn der Schaden zehn Jahre nach dem Naturereignis behoben wird. Gerechnet wird mit einer einjährigen Bauzeit. HA