Verkehrsverbund fährt auf digitale Tickets ab

Vorarlberg / 10.09.2019 • 18:44 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Öffis werden digitaler: Schüler und Lehrlinge können ihr Ticket bereits jetzt in einer App speichern. VN/Steurer
Die Öffis werden digitaler: Schüler und Lehrlinge können ihr Ticket bereits jetzt in einer App speichern. VN/Steurer

Dornbirn Die Plastikkarte bekommt Konkurrenz: Laut dem Vorarlberger Verkehrsverbund (VVV) sind aktuell rund 37.000 junge Vorarlberger mit dem Schüler- und Lehrlingsticket unterwegs. Bislang war der Freifahrausweis lediglich in analoger Form erhältlich. Das soll sich nun ändern. „Wir wollen die Jugendlichen für den öffentlichen Verkehr gewinnen. Sie sind oftmals viel stärker als die Erwachsenen bereit, das Angebot in Anspruch“, erläutert Landeshauptmann Markus Wallner. Ein Schlüssel zum Erfolg sehen die Verantwortlichen in der Digitalisierung. „Die Dinge müssen über das Handy abwickelbar sein. Es läuft kaum einer mehr mit einer Plastikkarte durch die Gegend“, ergänzt Wallner.

Die aha-App dient daher nicht mehr nur als Altersnachweis, für Informationen oder Ermäßigungen. Ab sofort kann darin auch das Schüler- oder Lehrlingsticket gespeichert werden. Der Verknüpfung erfolgt über das Onlinesystem, mit dem die Freifahrtkarte bestellt wird. Die Neuerung sei bereits nach sehr kurzer Zeit auf großes Echo gestoßen, sagt aha-Geschäftsführerin Monika Paterno. „Seit die Testversion online hatten wir über 2000 Downloads unserer App“, führt sie aus. „Wir glauben, dass es sehr wichtig ist, Angebote für Jugendliche zu bündeln, Nutzen zu schaffen und digital dazustehen.“

Mobilitätslandesrat Johannes Rauch bricht auch eine Lanze für die Pensionisten. Natürlich sei auch die ältere Generation inzwischen Smartphone-fit. „Unser Job ist es, die Dinge so simpel wie möglich zu machen. Wir glauben einfach, dass Mobilität in Zukunft noch viel stärker als bisher via Smartphone organisiert werden wird“, hält Rauch fest. Das Potenzial reiche von Routenvorschlägen bis hin zu Mitfahrbörsen, die auf diese Weise organisiert werden. Über einen einfachen Zugang sollen noch mehr Fahrgäste für den öffentlichen Verkehr begeistert werden. Ein wesentlicher Ansatz dabei? Das Fairtiq. Über die App können Tickets seit knapp einem Jahr Tickets elektronisch gelöst werden. Man checkt beim Einsteigen ein und beim Aussteigen wieder aus, die Abrechnung erfolgt im Nachhinein zum besten Preis. „Wir stellen im Monat 8000 Fahrkarten über Fairtiq aus. Wir glauben, dass das die Zukunft ist und wir in ein paar Jahren Automaten und Fahrscheindrucker deutlich zurückfahren können“, ist VVV-Geschäftsführer Christian Hillbrand überzeugt. Mittlerweile können auch sämtliche Jahreskarten in der App hinterlegt werden. Ende des Jahres soll dann auch die Familienpass-App um diese Option ergänzt werden.

Eines der größten Projekte des VVV betrifft aktuell die Infrastruktur. Bis 2020 werden alle rund 330 Linienbusse mit neuen Bordrechnern ausstatten. Seit Ende Juli läuft der Probebetrieb im Landbus Unterland. Die neue Technik macht laut Hillbrand eine flächendeckende Echtzeit-Information und die Anschlusssicherung möglich. vn-ger 

„Es läuft kaum einer mehr mit einer Plastikkarte durch die Gegend.“