Alkounfall vor der eigenen Haustüre

Vorarlberg / 11.09.2019 • 22:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Unfallfahrer machte mit dem Alkoholmessgerät Bekanntschaft. Symbol: VN/HB
Der Unfallfahrer machte mit dem Alkoholmessgerät Bekanntschaft. Symbol: VN/HB

Lenker mit 0,92 Promille zu 2400 Euro Geldstrafe verdonnert.

Dornbirn Es war im März dieses Jahres. Das rasende Auto durchbrach einen Zaun, schoss dann durch eine Hecke und prallte schlussendlich frontal gegen eine Stützmauer. Und das praktisch vor der Haustüre der Wohnung des Ehepaares, das bei dem Unfall in diesem Wagen wie durch ein Wunder noch mit dem Schrecken davonkam. Am Steuer saß der 30-jährige Mann. Er hatte 0,92 Promille im Blut. Der gemeinsame gemütliche Ausklang des Abends auf der Couch war gründlich vermasselt. Ein Alkohol-Unfall ohne Verletzte. Eigentlich eine Angelegenheit für das Verwaltungsstrafgesetz. In diesem Fall jedoch kam strafrechtlich das Bezirksgericht zum Zug. Weil der Alko-Lenker damals gleich zwei Personen gefährdet hatte. Zum einen seine Ehefrau als Beisitzerin, zum anderen einen Fußgänger auf der Straße, der beinahe von dem Pkw erfasst wurde. Letzterer sagt als Zeuge bei der Verhandlung am Bezirksgericht Dornbirn wörtlich aus: „Ich sah die Lichter des Pkw auf mich zukommen und dachte mir, ich geh mal vorsichtshalber lieber etwas zur Seite . . .“

Der Beschuldigte selbst stellt sich von Beginn an seiner Verantwortung. Das weiß Richter Frank Plasinger durchaus zu schätzen, er stellt dem 30-Jährigen aber bezüglich dessen früherer Aussage vor der Polizei doch noch eine Gewissensfrage: „Das mit nur zwei Bieren damals stimmt nicht wirklich, oder?“

„Was soll ich sagen, es waren halt zwei Große und passiert ist eben passiert“, kommt lakonisch als Antwort. Außerdem war der Mann nicht nur berauscht, sondern bei der dortigen 40 km/h Beschränkung auch zu rasant unterwegs. „Ich weiß aber nicht mehr, wie schnell genau. Vielleicht 50 oder 60 Sachen“, sagt der Beschuldigte. Seine Ehegattin macht vom Entschlagungsrecht Gebrauch und will und muss als Zeugin auch nicht aussagen. Kurz vor der Urteilsverkündung überlegt sie es sich anders und wirft ein: „Darf ich vielleicht doch noch was dazu sagen?“ Aber zu spät. „Jetzt dürfen Sie nur noch zuhören“, weist sie der Richter zurecht.

Der Beschuldigte wird wegen Gefährdung der körperlichen Sicherheit zu 2400 Euro (80 Tagessätze zu je 30 Euro)  Geldstrafe verurteilt. Unbedingt deshalb, weil bei Unfällen unter Alkoholeinfluss nichts mehr auf Bewährung drin ist. Eine zusätzliche Verwaltungsbuße seitens der Bezirkshauptmannschaft bleibt ihm jedoch erspart. Weil Doppelbestrafung in Österreich nicht in Frage kommt. VN-GS