Unfall mit 0,92 Promille vor der eigenen Haustür

Vorarlberg / 11.09.2019 • 16:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Beschuldigte hat nach dem Unfall Bekanntschaft mit dem Alkoholmeßgerät gemacht. Symbol: Hofmeister
Der Beschuldigte hat nach dem Unfall Bekanntschaft mit dem Alkoholmeßgerät gemacht. Symbol: Hofmeister

Alkolenker am Bezirksgericht wegen Gefährdung zu 2400 Euro Geldstrafe verdonnert.

Dornbirn Es war im März dieses Jahres. Das Auto durchbrach einen Zaun, schoss dann durch eine Hecke und prallte schlussendlich frontal gegen eine Stützmauer. Und das praktisch vor der Haustür des Ehepaars, das bei dem Unfall wie durch ein Wunder mit dem Schrecken davongekommen ist. Am Steuer saß der 30-jährige Mann. Er hatte 0,92 Promille Alkohol im Blut.

Ein Fall für das Strafrecht

Ein Alkoholunfall ohne Verletzte ist eigentlich eine Angelegenheit für das Verwaltungsstrafgesetz. In diesem Fall jedoch kam strafrechtlich das Bezirksgericht zum Zug, weil der Alkolenker damals gleich zwei Personen gefährdet hatte. Zum einen seine Ehefrau als Beifahrerin, zum anderen einen Fußgänger auf der Straße, der beinahe von dem Pkw erfasst worden wäre.

Letzterer sagt als Zeuge bei der Verhandlung am Bezirksgericht Dornbirn wörtlich aus: „Ich habe das Auto zwar nicht gehört, weil ich ein Headset aufhatte. Aber ich sah die Lichter des Pkw auf mich zukommen und dachte mir, ich geh mal vorsichtshalber lieber etwas zur Seite …“ Der Beschuldigte selbst stellt sich von Beginn an seiner Verantwortung. Das weiß Richter Frank Plasinger durchaus zu schätzen, er stellt dem 30-Jährigen aber bezüglich dessen früherer Aussage vor der Polizei doch noch eine Gewissensfrage: „Das mit nur zwei Bier damals stimmt nicht wirklich, oder?“

„Was soll ich sagen, es waren halt zwei Große und dann ist eben passiert“, kommt lakonisch als Antwort.

Keine Doppelbestrafung

Außerdem war der Mann nicht nur berauscht, sondern bei der dortigen 40 km/h-Beschränkung auch zu schnell unterwegs. „Ich weiß aber nicht mehr, wie schnell genau. Vielleicht 50 oder 60 Sachen. Ich fahre die Strecke jeden Tag“, sagt der Beschuldigte. Seine Ehegattin macht vom Entschlagungsrecht Gebrauch und will und muss als Zeugin nicht aussagen. Kurz vor der Urteilsverkündung überlegt sie es sich anders und wirft ein: „Darf ich vielleicht doch noch was dazu sagen?“ Aber es ist zu spät. „Jetzt dürfen Sie nur noch zuhören“, weist sie der Richter zurecht. Der Beschuldigte wird wegen Gefährdung der körperlichen Sicherheit zu 2400 Euro (80 Tagessätze zu je 30 Euro) unbedingter Geldstrafe verurteilt. Unbedingt deshalb, weil bei Unfällen unter Alkoholeinfluss nichts mehr auf Bewährung drin ist. Eine zusätzliche Verwaltungsbuße seitens der Bezirkshauptmannschaft bleibt ihm jedoch erspart, weil Doppelbestrafung in Österreich nicht in Frage kommt. Sein Führerschein hat sich allerdings für längere Zeit verabschiedet.