Der Bludenzer Robin Hood

Vorarlberg / 12.09.2019 • 13:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Alexander Pastella schätzt das Bogenschießen nicht nur als wichtigen Ausgleichssport, sondern bezeichnet es auch als Familiensportart.BI

Alexander Pastella leitet seit sechs Jahren den Bogenschützenclub Bludenz.

Bludenz Robin Hood übte auf Alexander Pastella schon in seiner Kindheit eine besondere Faszination aus. Nicht nur, weil dieser für Gerechtigkeit für alle Menschen einstand, sondern auch, weil er so gut Bogenschießen konnte.

Dem Vorbild folgend wurden erste Bögen aus Haselnussstecken geschnitzt, um dann mit Pfeil und Bogen im Wald unterwegs zu sein. Spiele wie Cowboy und Indianer gehörten zur Freizeitgestaltung. „Ich war schon als Kind gerne in der Natur unterwegs. Dort habe ich mich einfach wohlgefühlt“, erklärt Alexander Pastella.

Wie der Vater, so die Söhne

Das Kindheitshobby ruhte, bis sich seine ehemalige Frau Sandrine Dambacher vor rund zehn Jahren für das Bogenschießen zu interessieren begann. „Ich habe ihr einen Bogen geschenkt, sie meldete sich beim Bogenschützenclub Bludenz an und besuchte dort einen Schnupperkurs. Nach zwei Monaten steckte ihre Begeisterung mich an – und ich besuchte ebenfalls einen solchen Kurs. Seither hält mich diese Sportart in ihrem Bann. Dies führte schlussendlich dazu, dass ich vor sechs Jahren Obmann des Vereins wurde“, führt der passionierte Bogenschütze weiter aus. Mittlerweile sind auch die beiden Söhne Emilian und Christian in dieser Sportart aktiv. Beide haben im Alter von sechs Jahren mit dem Bogenschießen begonnen, nun mit zwölf und 14 Jahren besuchen sie gemeinsam mit ihrem Vater Bogenschießturniere. Die Freude am Bogenschießen bildet ein verbindendes Element zwischen Vater und Söhnen.

„Bevor es sich zu einer Trendsportart entwickelte, war Bogenschießen eher eine Randsportart. Dieser Wechsel in der Wahrnehmung der Gesellschaft ist in den letzten zwei Jahren zu beobachten. Ich führe die erhöhte Popularität darauf zurück, weil es ein Familiensport ist. Oftmals melden sich bei uns Kinder an, dann kommen die Eltern schnuppern und schlussendlich auch noch die Großeltern. Es ist dann sehr schön, wenn die gesamte Familie zu den Turnieren kommt, gemeinsam teilnimmt und bis zum Schluss mitfiebert“, zeigt sich Pastella begeistert.

Bogenschießen zum Stressabbau

Ein Vorteil sei sicher, dass Bogenschießen eine relativ günstige Sportart sei – wenn man vom Pfeilverschleiß bei den Anfangsversuchen absieht. Ein zusätzlicher positiver Aspekt sei auch, durch das Bogenschießen gedanklich abschalten zu können. „Wenn es im Beruf turbulent zugeht, ist es für mich das Beste, mich voll auf das Schießen zu konzentrieren. Man muss hierfür konditionell nicht in Höchstform sein, deshalb ist dieser Sport für einen breiten Personenkreis geeignet.“ Regelmäßiges Üben sei sehr wichtig, damit das Bogenschießen auch wirklich Freude bereitet.

Der Verein in Bludenz hat derzeit 140 Mitglieder, 35 davon sind Kinder, das älteste Vereinsmitglied ist 80 Jahre alt. „Der Bogenschützenclub ist der Ursprungsverein für ganz Vorarlberg. Wir feiern heuer das 50-jährige Jubiläum. Meine Funktion als Obmann ist keine One-Man-Show, sondern das ganze Team für das komplexe Aufgabengebiet wichtig. Die Förderung der Kinder liegt uns dabei ganz besonders am Herzen. Durch das Visualisieren auf 3D-Tiere wird gelernt, Entfernungen einzuschätzen und sich voll zu konzentrieren“, erläutert Pastella die Grundaufgaben des Vereins. Auch Turniere werden durch den innovativen Obmann organisiert, wie das Landesturnier, das diesen Samstag, 14. September, in Lorüns auf dem neu gestalteten Vereinsplatz stattfindet. BI