Dicke Luft im Feldkircher Katastrophenzentrum

Vorarlberg / 12.09.2019 • 16:49 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Nur eine Übung: Ein Räumpanzer durchbricht beim Vorstoß der Truppe aufgestellte Barrieren. Lerch
Nur eine Übung: Ein Räumpanzer durchbricht beim Vorstoß der Truppe aufgestellte Barrieren. Lerch

Vorarlberger Berufssoldaten des Jägerbataillons 23 probten in Feldkirch möglichen Einsatz in Bosnien.

FELDKIRCH Es kracht, raucht und knallt auf dem Gelände des Feldkircher Katastrophenzentrums. „Eins, zwei, drei, vier, EUFOR verschwindet hier!“ Das Gebrüll von Demonstranten wird übertönt von militärischen Befehlen aus Lautsprechern.

Es ist ein Szenario, wie es im Krisengebiet Bosnien und Herzegowina möglich werden könnte. Und auf das sich Vorarlberger und Tiroler Berufssoldaten des Jägerbataillons 23 beim Feldkircher Katastrophenzentrum vorbereiteten. Mit viel Getöse, einem sogenannten Räumpanzer und weiteren Soldaten, die wütende Demonstranten darstellten.

Evakuierung

Bei der Übung erhielt die Kompanie den Auftrag, Verbindungsteams, sogenannte LOT (Leason and Observation Teams), die in bosnischen Ortschaften festsitzen, zu evakuieren.

Dabei eskalierte die Sicherheitssituation zunehmend. Gewalttätige Demonstranten versuchten die Soldaten an ihrer Aufgabe zu hindern – auch mit Brandwurfkörpern. Unter diesen Bedingungen musste die Kompanie mit Hilfe des Räumpanzers Hindernisse aus dem Weg räumen.

Die Militärpolizei setzte sich als „Greiftrupp“ ins Szene, um schutzlose Personen aus dem zum Teil in Brand gesetzten Haus zu bergen und aus dem Gefahrenbereich zu bringen. Ab kommenden Oktober steht die Kaderpräsenzeinheit des Hochgebirgs-Jägerbataillons aus Bludesch für die Dauer eines Jahres als Reserve bereit, um im Bedarfsfall die bereits im Einsatzraum in Bosnien stehenden Truppen von EUFOR (European Forces) zu unterstützen. Zu den möglichen Einsatzszenarien zählen die Evakuierung von militärischem und zivilem Personal, die Aufrechterhaltung und Ordnung von Sicherheit bei Demonstrationen und die Sicherung von wichtigen Gebäuden und Einrichtungen. Oberstleutnant Alexander Pehr zu den VN: „Wenn der Befehl kommt, als Reserve ins Einsatzgebiet einzurücken, sitzen wir sofort im Flieger.“ VN-GS