Nach der Firstfeier mit dem Auto überschlagen

Vorarlberg / 12.09.2019 • 09:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der junge Angeklagte gelobte Besserung und sagte, dass ihm der Unfall eine Lehre gewesen sei. ECKERT

18-jähriger Lehrling wegen Trunkenheit am Steuer zu kombinierter Strafe verurteilt.

Christiane Eckert

Feldkirch Die jungen Leute trafen sich Anfang Juni zu einer Firstfeier. Es wurde reichlich gegessen und getrunken. Geplant war, so der Angeklagte beim Prozess am Landesgericht Feldkirch, das Auto stehen zu lassen und sich ein Taxi zu rufen. Wieso er schlussendlich selbst ins Auto stieg, weiß er nicht mehr. Ein Kollege bot sich an, den Wagen zu lenken, doch der junge Mann wollte lieber selbst fahren, denn die anderen hatten noch mehr getrunken als er. Der Lehrling hatte seinen Führerschein knapp ein Jahr zuvor gemacht. Gefahren, sagt die Verteidigung, sei er täglich, mangelnde Fahrpraxis könne man ihm nicht unterstellen, so Rechtsanwältin Nadja Luger.

0,8 Promille

Etwa um 1 Uhr kam der Lenker auf der Wälderstraße Richtung Alberschwende in einer Linkskurve von der Fahrbahn ab. Der Wagen überschlug sich und war danach nur noch Schrott. Der 18-Jährige wurde nur unwesentlich verletzt, die anderen beiden Insassen, beide Kumpel des Lenkers, erwischte es schwerer. Rippenbruch und Gehirnerschütterung sowie eine Rissquetschwunde beim 23-jährigen Beifahrer, eine schwere Brustkorbverletzung mit Lungenquetschung, Einblutungen und Serienrippenbrüchen beim zweiten Mitfahrer. Während Ersterer heute kaum mehr Schmerzen zu haben scheint, machen dem Zweiten, Lkw-Fahrer von Beruf, die Rippenbrüche immer noch zu schaffen. Sieben Tage lag der 22-Jährige auf der Intensivstation, 46 Tage war er im Krankenstand. „Sie haben großes Glück, dass niemand getötet wurde, so wie das Auto aussieht“, sagt Richter Richard Gschwenter zum Beschuldigten.

Vermutlich zu schnell

Dass der junge Mann zwischen 40 und 60 km/h fuhr, so wie er es im Spital angegeben hatte, glaubt der Vorsitzende nicht so recht. „So etwas wird mir nie wieder passieren, der Unfall war mir eine Lehre“, meint der junge Mann, dass er in jener Nacht Glück im Unglück hatte. Zum Staunen aller Anwesenden hat der Angeklagte zurzeit noch seinen Führerschein in Händen. Warum er ihn nicht sofort nach dem Unfall abgeben musste, bleibt unklar. An zivilrechtlichen Folgen wartet trotz Haftpflichtversicherung noch einiges an Schadenswiedergutmachung auf ihn. 11.000 Euro werden als Mindestbetrag genannt. Vorerst muss er wegen fahrlässiger Körperverletzung 1200 Euro Strafe zahlen, vier Monate Haft werden zudem auf Bewährung ausgesprochen. Einem Opfer werden sofort 2000 Euro zuerkannt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. „Hätte es bei diesem Unfall einen Toten gegeben, hätte man Sie sofort in Haft genommen“, macht der Richter dem jungen Mann nochmal das „Glück“ klar, das er gehabt hat.