Seilbahn Schnifis soll neu gebaut werden

Vorarlberg / 12.09.2019 • 09:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Kapazität der Bahn soll verdoppelt werden. SEILBAHN

Genossenschaft sprach sich einstimmig für einen Neubau der Seilbahn Schnifis aus.

Schnifis Die heute bei den Walgauern und darüber hinaus als beliebtes Ausflugsziel bekannte Seilbahn Schnifis hatte ursprünglich einen ganz anderen Zweck. Als sich nämlich in der Mitte des 20. Jahrhunderts die Mobilität der Bevölkerung vervielfachte, sah man sich am Schnifisberg ohne Straßenverbindung zum Tal vernachlässigt. Die fehlende Anbindung führte dazu, dass sich kaum Frauen finden ließen, die einen Bauern am isolierten Hang heiraten wollten. Doch wo die Liebe hinfällt, da wird gesputet, die Bauern organisierten sich und fanden auch alsbald die Mobilitätslösung – eine Seilbahn musste her.

Heute, 58 Jahre nach der Fertigstellung der „Henslerbahn“, finden die Heiratswilligen ihren Weg über die Straße. Die Bergbahn hat eine neue Bestimmung als beliebter Nahtouristenmagnet. Wobei dieser fast schon zu beliebt ist, denn an vielen Tagen im Jahr kann die Seilbahn den Andrang nicht bewältigen, Wartezeiten sind vorprogrammiert. „Wir haben derzeit an 54 Betriebstagen im Jahr die Belastungsgrenze erreicht“, informiert Marcus Naumann, Betriebsleiter der Seilbahn. Aus diesem Grund – und auch weil die Infrastruktur dringend aktualisiert werden müsste – wurde kürzlich vonseiten der Seilweggenossenschaft Schnifis einstimmig beschlossen, die Henslerbahn neu zu errichten.

„Allen Beteiligten ist klar, dass man sich jetzt um die Zukunft der Seilbahn Gedanken machen muss, damit auch weiterhin ein Seilbahnbetrieb möglich ist“ so Gerd Moser, Obmann der Seilbahngenossenschaft Schnifis. Die derzeit fünf Personen fassende Pendelbahn soll dabei eine solche bleiben, in ihren Kapazitäten aber verdoppelt werden, informiert Betriebsleiter Naumann weiter. Welcher Seilbahnhersteller zum Zug kommt, ist unklar, auch konkrete Pläne müssen noch erarbeitet werden. „In einem nächsten Schritt gilt es, mögliche Projektpartner zu suchen, insbesondere was die Finanzierung betrifft“, führt Naumann aus. Der Betriebsleiter rechnet mit einem Kostenumfang von rund fünf Millionen Euro. „Allen Beteiligten ist klar, dass man sich jetzt um die Zukunft der Seilbahn Gedanken machen muss, damit auch weiterhin ein Seilbahnbetrieb möglich ist“, so Obmann Gerd Moser.

Die Genossenschaft mit dem Unterstützungsverein stehen auf jeden Fall hinter dem vom ehemaligen Geschäftsführer Simon Lins ausgearbeiteten Zukunftskonzept der Seilbahn Schnifis, wie der Obmann des Unterstützungsvereins, Daniel Wiesner, beteuert: „Es ist wichtig, eine passende Lösung für die neue Seilbahn zu finden, die Größe und Art muss sich an die Bedürfnisse der vielen Freunde des Gebiets richten.“ Es sei daher mit entsprechendem Augenmaß und Rücksicht auf das Leitbild der Region Dreiklang zu handeln.

Mitarbeiter sollen erhalten bleiben

Besonders wichtig ist es sowohl Betreibern als auch Unterstützern, dass die langjährigen Mitarbeiter, insbesondere die zwei Aushängeschilder und guten Seelen der Bahn, Hubert Rauch und Anton „Seilbahn-Toni“ Lins, der Bahn erhalten bleiben.