26 Monate Haft wegen Raub

Vorarlberg / 13.09.2019 • 08:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der junge Angeklagte hatte mit einem Messer ein Handy erbeutet. ECKERT

18-jähriger Afghane konnte Gericht nicht von seiner Unschuld überzeugen.

Christiane Eckert

Feldkirch Die Geschichte, die der junge Angeklagte am Landesgericht Feldkirch auftischt, ist mehr als abenteuerlich und offenbar auch für den Schöffensenat höchst unglaubwürdig.

Bereits zum dritten Mal wird der junge Mann für schuldig befunden. 2016 wegen Raub, Nötigung und Drohung, 2018 wegen Drogen. Aus diesen zwei Verurteilungen hat der Afghane insgesamt acht Monate Bewährungsstrafe offen. Nun ist es wieder ein Raub, der ihn auf die Anklagebank bringt. Schwerer Raub sogar, weil ein Messer im Spiel war. Seine Beute: ein 1300 Euro teures neues Handy. Das wollte der Arbeitslose offenbar unbedingt haben.

Eindeutig erkannt

Er traf sich mit dem 23-jährigen späteren Opfer in Hohenems. Der andere junge Mann ist ebenfalls Afghane, hat mittlerweile einen Job und konnte sich offenbar ein neues Handy leisten. Kurz zuvor im Messepark erstanden, hatte er das Gerät auch im Dezember vergangenen Jahres dabei. „Ja, das ist derjenige, der mir das Handy abgenommen hat“, sagte der Zeuge bereits bei einer Gegenüberstellung vor der Haftrichterin aus. Im Verhandlungssaal bestätigt er seine Aussage. „Es gibt kein Motiv, warum das Opfer den Beschuldigten zu Unrecht eines Verbrechens bezichtigen sollte“, ist auch Staatsanwältin Konstanze Manhart überzeugt. Das Opfer hatte bereits vor der Polizei geschildert, wie der andere ihm das Handy abgenommen, ihm ein Messer vorgehalten und ihm Tritte in den Bauch versetzt hat. Nach der Tat hat der Angeklagte den Beraubten zufällig wenige Tage später wieder getroffen und neuerlich gedroht, dass er ihn abstechen werde, falls er Anzeige erstatte.

Die Polizei konnte den Täter schon bald verhaften. Seitdem sitzt er in U-Haft.Zum letzten Vorfall zeigt sich der 18-Jährige geständig, er küsste eine 15-Jährige gegen ihren Willen und drohte ihr. Den Rest der Vorwürfe leugnet er zur Gänze.

Kuss wider Willen

Das Mädchen stieg gegen 21 Uhr am Dornbirner Bahnhof aus dem Zug aus, als der junge Mann sie an der Hand erfasste. Sie schlug ihm die Hand weg, er küsste sie unvermittelt auf den Mund und sagte: „Du bist meine Frau, ob du willst oder nicht.“ Weiters sagte der Mann, dass er, falls sie einen anderen Jungen habe, diesen und auch sie zusammenschlagen würde. „Ich war betrunken“, hat der Beschuldigte als Erklärung bereit. Wegen seines Fehlverhaltens bekommt der junge Mann nun alles in allem 26 Monate Haft. Acht Monate sind alte Bewährungsstrafen, die nun fällig wurden. Das Urteil ist rechtskräftig.