ÖBB stellen Weichen für den Baustart

Vorarlberg / 13.09.2019 • 18:36 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nächster Halt, Lauterach-West: Anrainer stellen die Sinnhaftigheit der neuen Haltestelle infrage. Außerdem werden übermäßige Lärm­belästigungen nach dem Ausbau befürchtet.
Nächster Halt, Lauterach-West: Anrainer stellen die Sinnhaftigheit der neuen Haltestelle infrage. Außerdem werden übermäßige Lärm­belästigungen nach dem Ausbau befürchtet.

Strecke Lauterach–Lustenau: Baumaschinen sollen trotz eines noch offenen Verfahrens auffahren.

Geraldine Reiner

Lauterach, hard Die ersten Vorkehrungen entlang der Strecke wurden bereits vor einigen Monaten getroffen. Anfang April wurden Mauereidechsen eingesammelt und in eigens dafür errichtete Ersatzlebensräume gebracht. Mittlerweile sind die Weichen für einen baldigen Baustart offenbar so gut wie gestellt. „Die organisatorischen Vorbereitungen für die Bauabwicklung sind bereits am Laufen, die notwendigen Vorarbeiten und die Baustelleneinrichtung werden ab Ende September/Anfang Oktober passieren“, erläutert ÖBB-Pressesprecher Christoph Gasser-Mair.

Schauplatz: die Zugstrecke zwischen Lauterach und Lustenau. Wie mehrfach berichtet, soll der Abschnitt zweigleisig ausgebaut werden. Ebenfalls geplant sind eine neue Haltestelle Lauterach-West, der Umbau der Haltestelle Hard-Fußach und die Freigabe der Südschleife von Lustenau nach Dornbirn für den Personenverkehr. Nicht alle sind von dem Projekt begeistert. Nachdem Anfang März 2018 das Ausbauprojekt genehmigt wurde, zogen Anrainer vor das Bundesverwaltungsgericht. Die Richter in Wien bestätigten daraufhin den Bescheid der Landesregierung. Einer von ihnen wollte sich dennoch nicht geschlagen geben und brachte eine außerordentliche Revision ein. Die Entscheidung steht noch aus. Die ÖBB wollen dennoch demnächst die Baumaschinen auffahren lassen. „Der Verwaltungsgerichtshof hat dem von den Revisionswerbern eingebrachten Antrag auf aufschiebende Wirkung nicht stattgegeben. Diesbezüglich liegt der Beschluss des Verwaltungsgerichtshofs vor“, führt der Pressesprecher aus. Dass der Bescheid aufgehoben wird, halten die ÖBB für „sehr unwahrscheinlich“. Sollte dies dennoch der Fall sein, sei damit zu rechnen, dass „seitens der Behörde ein Nachbesserungs- bzw. Ergänzungsauftrag an uns erfolgt und wir mit einem Ersatzbescheid rechnen können“, sagt Christoph Gasser-Mair und verweist auf die bisherigen Erfahrungen.

Der offizielle Spatenstich findet laut ÖBB im Spätherbst, voraussichtlich im November, statt. Der Plan sieht vor, dass heuer die Baustelleneinrichtung sowie Erd- und Tiefbauarbeiten für den Streckenunterbau erfolgen. „Im Jahr 2020 ist eine Streckensperre zwischen Lustenau und Lauterach vom 19. Juni bis zum 14. September eingetaktet“, ergänzt Gasser-Mair. Bei der Haltestelle Hard-Fußach soll gleich nach Baubeginn ein provisorischer Bahnsteig im Falkenweg errichtet werden, damit in weiterer Folge der neue Bahnsteig auf der Nordseite gebaut werden kann. In das Projekt werden rund 90 Millionen Euro investiert. Die Fertigstellung ist für Dezember 2021 geplant.