Bequemer zum Stausee gondeln

Vorarlberg / 15.09.2019 • 18:32 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bis gestern war die bestehende Kabine in Betrieb. Ab Juli 2020 werden die Fahrgäste in der neuen Lünerseebahn hinauf zum Stausee gondeln.
Bis gestern war die bestehende Kabine in Betrieb. Ab Juli 2020 werden die Fahrgäste in der neuen Lünerseebahn hinauf zum Stausee gondeln.

Baustart für neue Lünerseebahn erfolgt. Fertigstellung ist im Juli 2020 geplant.

BRAND, VANDANS Größer, schneller und sicherer soll sie werden, die neue Lünerseebahn. Dafür werden seitens der illwerke-vkw fünf Millionen Euro investiert. Der Neubau ist erforderlich, da die Konzession für die Bahn ausläuft.

Höhere Kapazität

Im Zuge der Umbaumaßnahmen kommt es ab heute zur Erneuerung der kompletten Seilbahntechnik. Will heißen Kabine und Seil werden ausgetauscht. Dank der neuen Seilbahn soll die Wartezeit für die Fahrgäste verkürzt werden. Statt 40 werden künftig 60 Passagiere in der Kabine Platz finden. Die Förderleistung steigt von 300 auf 440 Personen pro Stunde.

Während durch die neue Seilbahn auch die Kapazität für Las­tentransporte steigt, soll das neue Doppeltragseil zudem eine höhere Windstabilität gewährleisten. „Mit der Erneuerung der Lünerseebahn investieren wir vor allem in die Sicherheit der Anlage“, streicht illwerke-vkw-Vorstand Christof Germann heraus. „In den vergangenen Jahren wurden immer wieder kleinere Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt, um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten“, ergänzt Unternehmenssprecher Andreas Neuhauser. Die letzte größere Modernisierung der Bahnanlage erfolgte im Jahr 2008. Damals wurden das Tal- und Bergstationsgebäude umgestaltet. Diese Gebäudeteile sind vom jetzigen Umbau nicht betroffen.

Im Vorfeld des Seilbahnneubaus waren mehreren Varianten angedacht worden. Eine davon sah die Verlegung der Talstation in die Nähe der Palüdbahn in Brand vor. Dieses rund 25 Millionen Euro teure Projekt mit einer Länge von fast 4,6 Kilometern und Stützen mit über 100 Metern Höhe wurde jedoch fallen gelassen. Der Neubau erfolgt somit auf der bestehenden Trasse.

Abbruch im Oktober

In einem ersten Schritt werden bis Ende September Materialtransporte durchgeführt. „Das bedeutet, dass die Kabine ausgehängt wird und mit einer Lastenplattform sämtliche Einzelteile für die neue Stütze, für die Einfahrt in die Bergstation und für den neuen Antrieb in die Bergstation transportiert werden“, führt Neuhauser aus. Anfang Oktober erfolgt dann der Abbruch der alten Bahn. Dieser nimmt rund zwei Wochen in Anspruch. Parallel dazu wird mit dem Bau des Stützenfundaments begonnen. Ziel ist es, die neue, 30 Meter hohe Stütze bis Mitte Dezember fertigzustellen.

Sobald es die Schnee- und Lawinensituation zulässt, werden im Frühjahr 2020 die Arbeiten fortgeführt. Im April und Mai soll es demnach zum Einbau der elektrischen Einrichtung kommen. Der Seilzug des Zugseils und der beiden Tragseile ist für Mai vorgesehen. Bis Anfang Juli sollen die Arbeiten, die an die Firma Doppelmayr vergeben wurden, abgeschlossen sein und die neue Bahn in Betrieb gehen. Die aus dem Jahr 1993 stammende Kabine, die bis gestern im Einsatz war, wird künftig einer touristischen Nutzung im Unternehmen zugeführt. VN-JS