Katastrophenszenario Zugkollision

Vorarlberg / 15.09.2019 • 22:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mehrere  Herausforderungen wurden bei der Übung gemeistert.Vn/Steurer
Mehrere  Herausforderungen wurden bei der Übung gemeistert.Vn/Steurer

Großübung „Zug 19“ in Lauterach erfolgreich beendet.

Lauterach Mehr als 500 Teilnehmer mit rund 80 Einsatzfahrzeugen absolvierten am Samstag in Lauterach eine der größten Übungen in der Geschichte Vorarlbergs. Annahme war die Frontalkollision eines Personenzugs mit einem Güterzug, der Gefahrengut geladen hatte. Ziel der Übung war es, Erfahrungen im Krisenmanagement der verschiedenen Einsatzorganisationen sowie in der organisationsübergreifenden Zusammenarbeit zu sammeln.

Ein Bild vor Ort verschafften sich auch Landeshauptmann Markus Wallner und Sicherheitslandesrat Christian Gantner. „Übungen dieser Art sind wichtig, um im Ernstfall gerüstet zu sein. Es war beeindruckend zu sehen, wie die Einsatzkräfte mit der schwierigen Situation umgegangen sind“, zogen sie ein erstes positives Fazit nach Übungsende.

Die Übung fußte auf einem realen Zugunfall im Jahr 1988, beinahe an der gleichen Stelle, an der der Einsatz nun stattfand.

Große Herausforderungen

Die Herausforderungen hatten es in sich. Galt es doch, als primäre Maßnahme zahlreiche Verletzte aus den Waggons zu bergen. Unter ihnen eine hochschwangere Frau, die vor Ort entbunden werden musste.

Anschließend kam es noch zu einem Gefahrenguteinsatz, den der anwesende Landesfeuerwehrinspektor Hubert Vetter so beschrieb: „Beim Güterzug kam es zum Auslauf von verschiedenen Chemikalien, was zu einem gefährlichen, nicht berechenbaren Mix der Substanzen führte. Deshalb mussten Chemiker und Spezialisten der Feuerwehr eingesetzt werden.“ Eine weitere Besonderheit stellte auch die Wasserrettung vor eine neue Herausforderung.

Erstmals wurde der Abtransport von Verletzten auf Gleisen mit Hilfe von Booten geübt. Wie das funktioniert, erklärte ÖWR-Landesleiter Sebastian Helbock den VN: „An Hochwasser- und Eisrettungsbooten werden Räder montiert, die auf den Gleiskörpern rollen können.“

An der Übung waren unter anderem zahlreiche Ortsfeuerwehren, das Rote Kreuz, der Samariterbund, die Wasserrettung, das Kriseninterventionsteam (KIT), die ÖBB, die Landeswarnzentrale und die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL) beteiligt. VN-GS