Die Kunst der Vielseitigkeit

Vorarlberg / 16.09.2019 • 18:14 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Tom Vau ist in seiner Kunst ein multimedialer Ansatz wichtig. BI
Tom Vau ist in seiner Kunst ein multimedialer Ansatz wichtig. BI

Tom Vau arbeitet als Künstler mit unterschiedlichsten Medien.

Klösterle „Der Kunstbegriff hat für mich eine nahezu unendliche Dimension. Alles kann Kunst sein  – alle Lebensbereiche, auch Architektur oder Kulinarik“, ist Tom Vau überzeugt. Als Künstler arbeitet er mit unterschiedlichsten Medien wie Fotografie, Installationen, Videos und Malerei. Tom Vau ist ein Künstlername, der sich aus dem Geburtsnamen Thomas Volgger ableitet. Geboren wurde er in Zell am See, es folgte ein Studium der Architektur am Institut für Kunst und Gestaltung an der TU Wien. Im Rahmen dieses Studiums absolvierte der ambitionierte junge Student zwei Erasmus-Semester in Prag, was schlussendlich zu einem zweijährigen Aufenthalt dort führte.

Plattenbau als Inspiration

In Prag setzte er sich auch erstmals mit Plattenbaufassaden und deren künstlerischem Erscheinungsbild auseinander. So fotografierte er für das „Blocks-Project“ rund 800 Fassaden. Tom Vau setzte sich intensiv mit den Menschen, die in diesen Plattenbauten leben, auseinander und weitete sein Projekt auch auf den ehemaligen Ostblock und Russland aus. Er hat diese Länder größtenteils mit dem Auto bereist, so war er im Jahr 2016 in sieben Ländern in Zentralasien. Durch dieses Projekt hat er viel über die osteuropäischen und zentralasiatischen Gesellschaften erfahren. Den Alltag der Leute dort zu erleben finde er spannender als Touristenattraktionen zu besuchen. In Kontakt kam er vor allem durch Couchsurfing oder soziale Medien.

Volgger verfolgt damit vor allem ein Ziel: „Ich möchte die größte visuelle Dokumentation von Plattenbaufassaden mit circa 15.000 Aufnahmen erstellen. In einem Buch, mit Ausstellungen und meiner Webseite werde ich aufzeigen, wie diese Menschen leben, vor allem in ehemals kommunistischen Ländern.“

Tom Vau ist aber auch sonst viel gereist – der 38-Jährige war bereits in 60 Ländern. Bei seinen Reisen habe er auch seine spirituellen Impulse erweitert: „Ich war beispielsweise in den Bergen in China und habe dort Qi Gong und Kung Fu praktiziert, in Schweden und in Kirgisistan habe ich an Vipassana-Retreats teilgenommen. Mein Körper braucht Yoga als ein Grundnahrungsmittel, um glücklich zu sein. Die Lust aufs Reisen ist nun nicht mehr so vorrangig, ich würde mittlerweile lieber ein Haus bauen oder renovieren – oder ein Kreativzentrum eröffnen.“

Künstlerische Intervention

In seinen Kunstwerken ist ihm nach wie vor ein sozialkritischer Ansatz wichtig: „In meinen künstlerischen Produktionen und partizipativen Eingriffen werden soziale, räumliche, politische und ökonomische Starrheiten fokussiert, manipuliert und am Schluss modifiziert, um den vorhandenen gesellschaftlichen Status quo zu hinterfragen und einer Veränderung zu unterwerfen. Das angestrebte Ziel ist eine Verbesserung der Situation und der Prozesse durch die künstlerische Interventionen.“

Während seines Studiums hat der engagierte Künstler am Arlberg als Skilehrer unterrichtet. Mittlerweile lebt er in Dalaas und Wien. Seine Kunstwerke fertigt er in seinem Atelier in Klösterle an. Für den Sky Walk in Lech arbeitet er als Kunstvermittler, außerdem ist er weiterhin selbstständig als Skiführer tätig. Und es wäre nicht Tom Vau, wenn er seine Unterrichtstätigkeit nicht auch mit Kunst verbinden würde – er entwickelte eine neue Skiphilosophie, nämlich das Schigong. BI

Zur Person

Tom Volgger

Künstler aus dem Klostertal, arbeitet mit unterschiedlichsten Medien.

Geboren 4. Mai 1981

Wohnort Dalaas

Werdegang Architekturstudium, Skiführer, staatliche Skilehrerausbildung

Hobbys Natur, Körperarbeit, Sport, Kreativität, Kunst, Kultur