Lösung für Max Prophylax

Vorarlberg / 16.09.2019 • 18:57 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Datenschutz erhöht jedoch den Aufwand für die Fortführung der Zahnvorsorge.

Dornbirn Max Prophylax kommt wieder in Fahrt, nachdem ihn die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) im abgelaufenen Schuljahr kräftig ausgebremst hatte (die VN berichteten). Gestern Montag nahmen die zwei Dentomobile des aks ihre Arbeit auf. Während der Sommermonate wurde mit der Bildungsdirektion, der Vorarlberger Gebietskrankenkasse (VGKK) sowie Juristen an einer neuen Lösung gearbeitet. Nun gibt es ein rechtlich haltbares Konstrukt, der administrative und organisatorische Aufwand ist allerdings hoch, denn nun müssen Erziehungsberechtigte eine schriftliche Einverständniserklärung unterschreiben und in der Schule abgeben. Damit nicht genug. Auch am Computerprogramm sind Anpassungen nötig, um eventuelle Abmeldungen von Schülern sofort zu erkennen. Ein Widerruf ist nämlich jederzeit möglich. Rund 32.000 Einverständniserklärungen sind vor Schulbeginn an 250 Schulen versandt worden. Noch einmal 10.000 gehen demnächst an etwa 260 Kindergärten. Die Verantwortlichen hoffen, den Rückgang an Untersuchungen auf diese Weise in Grenzen halten zu können. Im vergangenen Schuljahr, als sich die Schulleitungen mit dem Hinweis auf die DSGVO weigerten, die Klassenlisten mit den Schülerdaten herauszugeben, nahmen zehn Prozent weniger Schüler am Zahnprophylaxe-Programm teil. „Unser Appell geht an die Eltern, die Sache ernst zu nehmen und ihre Kinder anzumelden“, betonen aks-Geschäftsführer Georg Posch und VGKK-Obmann Manfred Brunner.

Er sieht in diesem Fall den Datenschutz gründlich überzogen. Es handle sich schließlich um keine hochsensiblen Daten, sondern lediglich um Namen und Geburtsdatum. Die benötigt der aks, um mit der VGKK abrechnen zu können. Rund 360.000 Euro lässt sich der Sozialversicherungsträger die Zahnvorsorge der Kleinen jährlich kosten, gerne auch mit dem Hinweis, wie erfolgreich das Modell ist. Nur noch knapp 28 Prozent der Kinder weisen Karies an den Milchzähnen auf. Die mobile Untersuchung erfasst etwa 25.000 Mädchen und Buben. Im Schuljahr 2018/19 brach die Zahl deutlich ein. Der Versuch mit den Einwilligungserklärungen scheiterte. Der Aufwand war groß, die Wirkung klein. Die über den Sommer getroffenen Vorbereitungen sollen erfolgreicher sein. „Kurz vor Ferienende sind wir Schulen persönlich angefahren, um die Einwilligungserklärungen abzugeben“, sagt Georg Posch. Diesen beigefügt ist außerdem eine mehrseitige Broschüre mit allgemeinen Informationen zum Zahnprophylaxeprogramm.

Präventiver Beitrag

Unterstützung kam auch von Bildungsdirektorin Evelyn Marte-Stefani. Sie hat in einem Brief an die Schulen den Wert des Programms unterstrichen und die Direktoren gebeten, die Unterlagen an die Erziehungsberechtigten weiterzuleiten, verbunden mit dem Dank für die Bemühungen. „Der gebührt den Schulen wirklich“, stimmen Posch und Brunner zu. Jetzt müsse das Beste aus der Sache gemacht werden, merkt der VGKK-Obmann ergeben an, fordert aber im nächsten Atemzug kämpferisch, dass sich der Gesetzgeber hier etwas überlegt. „Murrend“ akzeptiert Gesundheitslandesrat Christian Bernhard die Lösung, setzt jedoch auf den guten Namen des Programms. Tatsächlich fragen Schulen sogar nach, wann das Dentomobil kommt.

„Unser Appell geht an die Eltern, die Sache ernst zu nehmen und die Kinder anzumelden.“