Mehr als nur der Verkehr

Vorarlberg / 16.09.2019 • 18:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Auf diesem Feld im Altacher Sauwinkel soll Kies abgebaut werden. VN/gms
Auf diesem Feld im Altacher Sauwinkel soll Kies abgebaut werden. VN/gms

Kritiker des geplanten Kiesabbau-Projektes in Altach sehen mehr Probleme als nur den Verkehr.

Altach Das geplante Kiesprojekt in Altach wird bekanntermaßen Anfang Dezember Inhalt einer Volksabstimmung. Und die VN veranstalten am Donnerstag, 19. September, einen Stammtisch, um über die verschiedenen Aspekte zu diskutieren. Die Verkehrsproblematik wird dabei mit Sicherheit im Fokus stehen. Die VN berichteten.

Aber für den Initiator der Volksabstimmung, Bernhard Weber, wäre es verkürzt, nur den Verkehr als Hindernis für den Kiesabbau zu sehen. „Es ist ein großes Package“, erklärt er im Gespräch mit den VN. Denn neben dem Verkehr sieht er zwei Aspekte am Projekt kritisch: die Umwelt und den Erhalt des Naherholungsgebietes.

„Altach ist eine oder die am dichtesten besiedelte Gemeinde im Land“, erklärt Weber. „Gerade deshalb ist dieses Gebiet für die Altacher wichtig und wird rege genutzt.“ Spaziergänger, Jogger, Radfahrer und viele Erholungssuchende sind im Gebiet unterwegs, zudem ist dort auch der Standort von Bienenstöcken. „Da wird es auch viele Staubemissionen geben“, schildert Weber einen Aspekt, der auch über den direkten Abbaubereich und die Straßenverbindung zum Kieswerk hinausgehen könnte. „Da ist es auch egal, ob der Verkehr zur Autobahn geführt wird oder durch das Ortsgebiet. Die Badegäste werden sich über den Staub der am Schwimmbad vorbeifahrenden Lkw bedanken.“

„Es ist ein sensibles Gebiet, deshalb wollten wir das zur Volksabstimmung bringen.“ Denn ansonsten, so die Befürchtung von Weber, hätte das Projekt ohne viel öffentliche Aufmerksamkeit von der Mehrheitspartei, der Altacher Volkspartei, in der Gemeindevertretung durchgewinkt werden können. „Es ist uns zu schnell und intransparent gegangen.“ Weber meint, dass selbst Gemeindevertreter der Volkspartei sich als zu wenig informiert bezeichnet hätten.

Bedenken beim Naturschutz

„Die Gemeinde Altach hat bereits Erfahrungen mit dem Wiederbefüllen einer Aushubdeponie“, erzählt Weber zu einem zweiten Aspekt. Da habe es 2015 eine Begutachtung gegeben, die gemachten Sanierungsvorschläge habe man nicht oder nur mangelhaft umgesetzt. „Jetzt geht es um eine wesentlich größere Fläche, die tiefer ausgehoben wird und bezüglich Grundwasserströme sensibler ist“, meint Weber. Da wolle er sich auf das Versprechen „jetzt machen wir‘s besser“ nicht verlassen. „Da haben wir ein Glaubwürdigkeitsproblem.“

Bürgermeister Gottfried Brändle zeigt sich auf Anfrage verwundert. Nach seiner Darstellung ging es im genannten Fall lediglich um die Wiederbegrünung, bei der Fehler gemacht wurden. Weber stelle sich hier auf die Seite einer intensiv betriebenen Landwirtschaft, denn nach der Sanierung sei die Wiese zu feucht gewesen. Das sei repariert worden. Beim jetzt auslaufenden Abbaugebiet werde man zeigen, dass man diese Fehler nicht mehr wiederholen werde. VN-GMS