Verschiedene Wege zum Studium

Vorarlberg / 17.09.2019 • 20:05 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Sandra Olar, Elisa Kessler und Teresa Maurer: Als Vorarlberger studieren zu wollen, ist nicht ganz einfach. 
Sandra Olar, Elisa Kessler und Teresa Maurer: Als Vorarlberger studieren zu wollen, ist nicht ganz einfach. 

Drei Vorarlberger­innen berichten von ihren Erfahrungen rund ums Studieren.

Schwarzach „Ich wollte das Gefühl der Anonymität und Unabhängigkeit in der Großstadt erleben.“ Elisa Kessler (20) hat 2018 für das Jura-Studium in Wien ihr Zuhause in Schwarzach verlassen. „Ich wusste schon mit 15 Jahren, dass ich auswärts studieren möchte. Ich musste mich nur noch für eine Studienrichtung entscheiden.“ Sie entschied sich für Rechtswissenschaften an der Universität Wien. Nach der Matura im Juni 2018 begann die Wohnungssuche in der Bundeshauptstadt. Das war zeitaufwendig und fordernd. Mithilfe ihrer Eltern fand Elisa eine tolle Wohnung, die sie mit einer Freundin teilt.

Beliebteste Studiengänge

Im Wintersemester 2018/19 begannen laut Statistik Austria 1712 Vorarlberger zu studieren. Davon inskribierten 875 an Universitäten. Die drei beliebtesten Studiengänge in Österreich sind Rechtswissenschaften, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie Wirtschaftsrecht und sie werden in Wien, Innsbruck, Salzburg und Graz angeboten.

Immer mehr Vorarlberger Gemeinden unterstützen Studenten. Elisa Kessler etwa erhält von der Gemeinde Schwarzach jedes Jahr eine Beihilfe von 200 Euro. Dornbirn und Hohenems bieten Studenten eine jährliche Förderung, die sich nach dem Einkommen der Eltern richtet. Bludenz fördert junge Leute, die ein Auslandssemester absolvieren. Die Städte Bregenz und Feldkirch gewähren keine Unterstützung.  

Die Dornbirnerin Sandra Olar (20) kann sich nicht vorstellen, Vorarlberg für ein Studium zu verlassen. Wegzuziehen bedeutet nicht nur Abschied von der Familie zu nehmen, auch die Kosten spielen eine Rolle. „Meine Eltern würden mich finanziell unterstützen, aber auch das würde nicht reichen, um so zu leben wie ich möchte“, sagt Sandra. Sie hat gerade maturiert und wollte Architektur studieren. Dieser Studiengang wird in Vorarlberg aber nicht angeboten. Sie überlegte sich eine Alternative und entschied sich, den Aufnahmetest für das Lehramtstudium an der PH Vorarlberg zu versuchen. Sandra bestand nicht, deshalb hat sie einen neuen Plan. Für das Wintersemester 2020/21 bewirbt sie sich an der Universität Liechtenstein für die Fachrichtung Architektur. „Derzeit arbeite ich noch, um für die Studiengebühren zu sparen.“

Teresa Maurer (20) hat 2017 maturiert und nahm sich danach für ein halbes Jahr eine Auszeit, um zu reisen. Nach ihrer Rückkehr trat die Wolfurterin ein Praktikum in einem Kindergarten an. Im Frühjahr 2018 ging sie zur Studienberatung in Hall in Tirol. „Dort stellte sich heraus, dass Wirtschaftsingenieurwesen gut zu meinen Talenten für Mathematik und Technik passt.“ Nach dieser Erkenntnis schnupperte sie an diversen technischen Hochschulen. Sie blieb in Deutschland hängen. An der Technischen Universität München stieß Teresa auf den Studiengang Technologie- und Managementorientierte Betriebswirtschaftslehre: „Dieses Studium passt am besten zu mir.”

Beratung und Schnuppern

Die drei jungen Frauen zeigen, dass man auf unterschiedlichen Wegen sein Wunschstudium finden kann. Studienberatungen und Schnuppertage können bei der Suche helfen. Aber auch intuitive Entscheidungen sind wichtig.