ÖVP stellt sich hinter die Pflegelehre

Vorarlberg / 18.09.2019 • 18:32 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Landeshauptmann Wallner will mit
Pflegelehre den Personalengpass bekämpfen.

Bregenz Dass es im Land an Pflegepersonal mangelt, ist allgemein bekannt. Die ÖVP hat im Zuge des Wahlkampfs nun eine ebenfalls bekannte Forderung erneuert. Die Pflegehelre soll helfen, den Fachkräftemangel in diesem Bereich zu beheben, wie Landeshautpmann Markus Wallner am Mittwoch betonte. Denn es sei sinnvoll, wenn eine Altersgruppe möglichst früh an einen Beruf herangeführt werde, ist Wallner überzeugt. Es reiche ein Blick in die Schweiz, dort funktioniere die Pflegelehre. Deshalb hoffe er, dass die Lehre in der nächsten Legislaturperiode ermöglicht werde. Sie befinde sich zumindest im ÖVP-Pflegekonzept, ergänzt Nationalrat Norbert Sieber. „Die Anzeichen haben sich jedenfalls verbessert“, fährt Wallner fort.

Keine Freude damit haben SPÖ und Neos. SPÖ-Landtagsabgeordnete und AK-Vizepräsidentin Manuela Auer spricht von einem völlig falschen Weg. Jugendlichen sei es nicht zuzumuten, bei schwerkranken und sterbenden Menschen zu arbeiten. „Wenn wir junge Menschen für den Pflegeberuf gewinnen wollen, müssen wir die Rahmenbedingungen verbessern und dürfen die Jugendlichen nicht vergraulen“, ist sie überzeugt. „In der Schweiz arbeiten nach fünf Jahren nur noch ein Viertel der Absolventen in dem Beruf“, rechnet sie vor.

Auch Neos-Nationalrat Gerald Loacker kritisiert den Vorschlag: „Österreich hat gerade erst die Pflegeberufe neu geregelt. Vorarlberg ist noch mit der Umsetzung dieses Gesetzes beschäftigt. Die ersten Absolventen der neuen Ausbildung kommen erst auf den Arbeitsmarkt. Es bringt nur Chaos, jetzt wieder die Ausbildungen umzukrempeln.“ Während die ÖVP zudem für ihren Bonus für pflegende Angehörige wirbt, spricht Loacker von einem Ablenkungsmanöver vor der Wahl.

„Die Anzeichen auf Bundesebene, eine Pflegelehre einzuführen, haben sich verbessert.“