Überraschungsfund im Gebiet Heidenhaus bewegt Initiator Otto Barwart

Vorarlberg / 18.09.2019 • 18:14 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Otto Barwart bemüht sich nun um eine Wiederaufnahme der Arbeiten. MARTIN MITTERMAIR

Ungewollte Stille rund um archäologische Grabungen.

Röns Seit im vergangenen Jahr die Ausgrabungen bei der Rönser Parzelle Heidenhaus mit zwei Führungen abgeschlossen wurden, ist es dort rund um die archäologischen Tätigkeiten ruhig geworden. Die VN-Heimat traf sich nun mit Otto Barwart, dem Initiator der Ausgrabungen, um sich über den aktuellen Stand zu informieren.

Suche nach finanziellen Mitteln

„Nicht nur Historikern und Geschichtsinteressierten, sondern auch dem Vorarlberger Denkmalamt käme es sehr gelegen, gäbe es bei der Ausgrabungsstätte Heidenhaus neue Erkenntnisse. Das, was hier im Boden noch verborgen liegt, wurde nie dokumentiert oder gar systematisch ausgelöscht. Funde wären nun von großer Bedeutung“, erklärt Otto Barwart und ergänzt: „Anhand von Keramik, Knochen und Ähnlichem könnten Experten das gefundene Gemäuer zeitlich ziemlich genau eingrenzen, sprich datieren.“ So die Theorie. Die Praxis allerdings gestaltet sich derzeit etwas schwieriger: Um weitermachen zu können, würden finanzielle Mittel dringend benötigt. Eine mögliche Chance könnte der Einbezug in ein LEADER-Projekt sein – für dieses könnten Mittel aus dem von der EU gestützten Fördertopf lukriert werden. Aus dieser Geldquelle, so die Hoffnung Barwarts, könnten weitere Mittel fließen, um dort weiterzuarbeiten, wo nun seit geraumer Zeit noch offene Gräben im ansonsten so beschaulichen Rönser Wald sind.

Im Vorjahr hatte sich ein Tiroler Archäologenteam an die Arbeit gemacht.
Im Vorjahr hatte sich ein Tiroler Archäologenteam an die Arbeit gemacht.

Beachtung

Das Interesse in der Bevölkerung ist jedenfalls gegeben, wie dies zwei geführte Exkursionen vom Mai 2018 belegen. Ein Archäologenteam aus Innsbruck, welches auch bei den Ausgrabungsarbeiten mitgeholfen hatte, stand damals den Fragen der Teilnehmer Rede und Antwort. Profis, die nun auch das Gebiet großflächig sondieren würden, um das Ausmaß der Fundstelle besser einschätzen zu können.

Historischer Hintergund

Das heutige Gebiet Heidenhaus war früher noch nicht bewaldet und so stand man in direktem Sichtkontakt mit anderen Burgen, wie zum Beispiel mit der Burg Ramschwag, Burg Jagdberg oder der Heidenburg in Göfis. Auch das zur damaligen Zeit übliche Netzwerken zwischen den Häusern könnte ein Indiz für die reale Existenz eines Gebäudes in diesem Bereich sein. „Erminold Stadler, der ehemalige Rönser Volkschullehrer, wurde nie müde, seine Schüler vor besagter Stelle mit den Worten ‚Da dürft ihr nicht graben gehen, da haben die Römer gewohnt‘ zu warnen“, erinnert sich Otto Barwart. Diese Kindheitserinnerung und eine unbändige Neugier sind für Barwart Grund genug, den Stein am Rollen zu halten. „Jetzt aufgeben zu müssen, wäre äußerst unbefriedigend, ergo keine Option“, so Barwart. MIM