Baulich ist alles auf Schiene

Vorarlberg / 19.09.2019 • 18:51 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die neue Lehrlingswerkstatt ist bereits in die Höhe gewachsen.
Die neue Lehrlingswerkstatt ist bereits in die Höhe gewachsen.

ÖBB-Hochbauprojekte liegen gut im Zeitplan. 20 Millionen Euro werden am Standort Bludenz investiert.

Bludenz Hochbetrieb herrscht derzeit am Bahnhof Bludenz. Nicht nur weil durch den Schulbeginn nun wieder vermehrt Schüler mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind und sich am Bahnhofsgelände tummeln, sondern auch weil in der Mokrystraße mit Hochdruck an der Realisierung zweier ÖBB-Hochbauprojekte gearbeitet wird.

Zum einen handelt es sich dabei um die neue Lehrwerkstätte, die auf dem Areal der ehemaligen Tennisanlage am Bahnhof in die Höhe wächst. Rund acht Millionen Euro investieren die Österreichischen Bundesbahnen in den Bau der modernen Ausbildungsstätte. Wo künftig rund 100 Jugendliche in den Bereichen Elektro- und Metalltechnik, Mechatronik, Gleisbautechnik, Bürokaufmann/-frau sowie den vier eisenbahnspezifischen Fachausbildungen Elektrotechnik, Instandhaltungstechnik, Fahrzeugtechnik und Transporttechnik ausgebildet werden, sind derzeit Handwerker mit der Errichtung des Rohbaus beschäftigt.

Vor dem Winter dicht

Inzwischen ist man im ersten von zwei Obergeschoßen angekommen. Bis Ende Oktober werden die Baumeisterarbeiten fertiggestellt sein, wie Projektleiter Peter Kölbach beim VN Lokalaugenschein berichtet. „Die Arbeiten liegen voll im Zeitplan“, ist Kölbach glücklich über den bisherigen Bauverlauf, der mit dem Abbruch des Bestandes im Februar seinen Anfang nahm. Rechtzeitig vor dem Wintereinbruch soll das Gebäude abgedichtet sein und auch mit den Installationen soll bis dahin begonnen werden. „Neben der Nähe zur Bahn stellt das Eintakten der Abläufe die größte Herausforderung dar“, so der Bauleiter. Bis zum Sommer 2020 soll das 13,50 Meter hohe Gebäude fertiggestellt sein, damit die ÖBB-Lehrlingsausbildung im darauffolgenden Herbst nach Bludenz übersiedeln kann.

Schauplatzwechsel: Auch ein paar Meter weiter östlich wird auf dem ÖBB-Gelände eifrig gewerkt. 50 bis 60 Bauarbeiter sind seit Jahresbeginn damit beschäftigt, die neue Servicehalle zu einer modernen Instandhaltungsdrehscheibe auszubauen. „Die 126 Meter lange, rund zwölf Meter hohe und etwa 3800 Quadratmeter große Halle ist mit drei Gleisen ausgestattet und wird künftig für die Wartung sämtlicher Nahverkehrszüge in Vorarlberg genutzt“, informiert Anlagenmanager Armin Burtscher. Auch hier läuft bisher alles wunschgemäß, wie Projektleiter Roland Reiselhuber erfreut berichten kann. „Baumeisterarbeiten, Fassade, Dach und Gleisarbeiten werden bis Ende Oktober fertiggestellt“, konkretisiert Daniel Leeb von der Bauaufsicht die nächsten Schritte. Während an technischen Finessen wie der Drehgestellabsenkanlage bereits gearbeitet wird, liegen auch die Materialien für die durchgehende Dacharbeitsbühne sowie die Hallenkrananlage bereit.

Servicehalle für Talent 3

Bis zum Jahresende will man die Arbeiten am 12 Millionen Euro teuren Bauvorhaben abgeschlossen haben um ab dann die neuen, 105 Meter langen Talent 3 Züge unter Dach warten zu können. „Zu den bestehenden 42 Mitarbeitern werden voraussichtlich zwei weitere dazukommen“, so Fertigungsleiter Michael Fischer, der überzeugt ist, dass der Neubau der Halle für die Praxisausbildung der Lehrlinge ein absoluter Glücksfall ist.

In der 126 Meter langen Servicehalle werden künftig sämtliche Nahverkehrszüge des Landes gewartet. VN/JS
In der 126 Meter langen Servicehalle werden künftig sämtliche Nahverkehrszüge des Landes gewartet. VN/JS