Walter Sohm bewirtschaftet mit seiner Familie den Bassighof

Vorarlberg / 19.09.2019 • 12:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Walter, Margit und Christian Sohm betreiben mit großem Engagement ihren Hof. ceg
Walter, Margit und Christian Sohm betreiben mit großem Engagement ihren Hof. ceg

Überzeugte Dünserberger Biobauern.

Dünserberg Der gebürtige Alt-acher Walter Sohm (54) wuchs in einer Bauernfamilie auf. Die Liebe zu seiner Frau Margit (58) verschlug ihn dann vor fast genau 30 Jahren ins beschauliche Dünserberg. Dort bewirtschaftet er zusammen mit seiner Frau den Bassighof mit insgesamt rund 23 Hektar Fläche in vierter Generation. Mittlerweile verstärkt Sohn Christian (24) zusammen mit Freundin Lisi die beiden nicht nur, er wird auch den Betrieb übernehmen.

Bio-Qualität aus erster Hand

Rund 20 Milchkühe und ebenso viel Jungvieh nennt die Familie Sohm ihr Eigen. Die Milch wird in die Sennerei Schnifis geliefert, erfolgreich wird auch das Fleisch vermarktet und verkauft. Aus Platzgründen befindet sich ein zweiter Stall in Schnifis, im Sommer geht es auf die Alpe Staffelfeder. Neben dem Fleckvieh züchtet und mästet die Landwirtfamilie mindestens ebenso erfolgreich Schweine und französische Wildhühner.

Alle zwei Monate verkauft man direkt ab Hof rund 200 Stück Federvieh, welches im Unterschied zur konventionellen Zucht deutlich später geschlachtet wird. Entsprechend größer sind die Hühner, das Fleisch ist durch die biologische Fütterung saftiger und wohlschmeckend. Bei den Schweinen verfolgt man die Philosophie „From nose to tail“. Demgemäß werden die Tiere nach der Schlachtung inklusive Innereien komplett verwertet. Auch werden Leberspätzle, verschiedene Wurstarten und eigener Leberkäse produziert. Seit über zehn Jahren werden die männlichen Schweine nicht mehr kastriert, was sich laut Sohm als besonders schonende erfolgreiche Methode herausgestellt hat.

Auf diesem Bassighof lässt es sich nicht nur gut grunzen, da gehören Gegacker und Muhen selbstverständlich mit dazu.
Auf diesem Bassighof lässt es sich nicht nur gut grunzen, da gehören Gegacker und Muhen selbstverständlich mit dazu.

Direktvermarktung

In Sachen Verkauf setzen die Sohms dabei auf das Konzept der Direktvermarktung. Neben dem klassischen Verkauf ab Hof findet man die Familie mit ihrem Wagen jeden Samstagvormittag am Bludenzer Wochenmarkt. Seit 1. August kann man die Produkte vom Bassighof auch online über die App „Direkt Regional“ bestellen. Dort können Fleisch, Würste und weitere saisonale Angebote geordert und dann abgeholt werden.

Auch in Sachen Stromerzeugung ging man bereits im Jahr 2017 neue Wege. Eine Photovoltaikanlage wurde installiert und ein Bürgerbeteiligungsmodell, bei dem Bausteine erworben werden konnten, angeboten. Der Gegenwert inklusive attraktiver Verzinsung wird nun in Warengutscheinen ausbezahlt.

Voller Einsatz aller

Die Arbeit auf dem Bassighof erfordert von der Familie Sohm natürlich harten Einsatz. Ein Arbeitstag hat selten unter 12 Stunden, der Wecker klingelt außer am Sonntag bereits um fünf Uhr. Urlaub gibt es in der Regel nicht. Familie Sohm hat neben ihrem Hof eigentlich nur eine weitere Leidenschaft: Als gebürtiger Altacher besucht Walter Sohm gerne, wenn es die Zeit erlaubt, ein Fußballspiel der Altacher im Rheintal.

Und so unterschiedlich Beruf und Hobby anmuten, so verbindet sie doch einiges: Fußballer und der Betrieb eines Biohofs benötigen viel Liebe und Leidenschaft. Über beide Attribute verfügt Familie Sohm auf jedem Fall im höchsten Maße. CEG