Zwei Jahre Haft für rabiaten Alkoholiker

Vorarlberg / 19.09.2019 • 09:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte akzeptierte die ausgesprochene Haftstrafe. ECKERT

Zwölffach vorbestrafter Randalierer am Landesgericht Feldkirch verurteilt.

Christiane Eckert

Feldkirch Der Alkoholiker hat zwölf Vorstrafen, neun davon einschlägig. Erst im vergangenen Jänner wurde er aus der Haft entlassen, kein halbes Jahr später legte sich der Alkoholiker wieder mit der Polizei an. Trotz des Einsatzes von Pfefferspray und sechs Beamten musste das Einsatzkommando Cobra zu Hilfe geholt werden.

Unfall mit fremdem Auto

Beim Prozess am Landesgericht Feldkirch geht es darum, dass der Angeklagte nach einer Grillparty volltrunken einen fremden Wagen benutzt hatte. Bei einem in Göfis vor dem Haus stehenden Fahrzeug lagen die Schlüssel in der Mittelkonsole, das nutzte der Mann aus. Er brauste davon, doch er kam nicht weit. Als ein vor ihm fahrendes Auto bremste, fuhr er auf, zwei Personen wurden leicht verletzt. Am späten Nachmittag fand man den Alkolenker schlafend in einem Lokal, mit immer noch 2,4 Promille im Blut. Zuvor war er seiner Schwester mit dem fremden Auto entgegengekommen, sie alarmierte dann die Polizei, weil sie ihren Bruder nicht erreichen konnte und via Internet von dem gestohlenen Auto erfahren hatte, in dem ihr Bruder saß.

Großer Tumult

Im August war derselbe Mann ohne Fahrkarte im Zug unterwegs. Es kam zu einer heftigen Diskussion mit der Zugbegleiterin, welche die Polizei rief. In Götzis stieg der Mann samt seinem Hund aus, die Polizei kam ihm entgegen. Als er erklären sollte, was eigentlich vorgefallen war, eskalierte die Situation. Er beschimpfte und bedrohte die Beamten. „Ihr und eure Familien werdet langsam sterben, ich freue mich darauf, ich finde heraus, wo ihr alle wohnt“, so der Randalierer. Sämtliche Beruhigungsversuche scheiterten, schlussendlich bekam ein Beamter in einem Augenblick der Unachtsamkeit zwei Faustschläge ab. Die Brille ging kaputt, der Polizist wurde verletzt.

Hund biss zu

Weil sein Hund in dem ganzen Chaos inzwischen auch nervös geworden war, schnappte der Vierbeiner einen Beamten ins Bein. Man sah sich gezwungen, den angedrohten Pfefferspray einzusetzen. Der Hund sprang davon, der Besitzer zeigte sich wenig beeindruckt. Irgendwann schien er doch gebändigt, die Rettung wurde gerufen. Obwohl zwei Beamte im Rettungswagen waren, rastete der Mann erneut aus. „Der Rettungswagen schaukelte auf einmal und fuhr rechts ran“, erinnern sich die Beamten, die hinter dem Einsatzfahrzeug fuhren, als Zeugen. Erneut Chaos, Gewalt, aggressives Verhalten, notgedrungen gesellte sich noch die Cobra zu den sechs Beamten dazu, erst dann war Ruhe. „Mein Mandant hat ein massives Alkoholproblem und benötigt eine Therapie“, plädiert Verteidiger Oliver Diez für ein mildes Urteil. Zwei Jahre Haft werden ausgesprochen, der Beschuldigte akzeptiert.