Ein Vordenker der Industrie

Vorarlberg / 20.09.2019 • 17:25 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Zumtobel: „Kinder und Jugendliche für technische Berufe begeistern.“ md franc
Zumtobel: „Kinder und Jugendliche für technische Berufe begeistern.“ md franc

Früherer Vorarlberger IV-Präsident Dipl.-Ing. Fritz Zumtobel feiert seinen 80. Geburtstag.

Ernest Enzelsberger

DORNBIRN Morgen feiert Dipl.-Ing. Fritz Zumtobel seinen 80. Geburtstag. Er bekleidete führende Positionen in der Zumtobel Gruppe und hatte auch zahlreiche wichtige Funktionen in der Vorarlberger Wirtschaft inne. Unter anderem war er von 1991 bis 1999 Vizepräsident der Industriellenvereinigung (IV) Vorarlberg und von 1999 bis 2007 deren Präsident.

In dieser Zeit stellte er die Weichen für eine moderne Interessenvertretung und erwarb sich den Ruf, ein Vordenker der Industrie zu sein. Gegenüber den VN erklärte Fritz Zumtobel damals: „Die Industriellenvereinigung steht heute mitten in der Gesellschaft. Wir sind nicht nur Interessenvertretung, sondern eine gesellschaftliche Instanz, die wahrgenommen wird.“

Fritz Zumtobel wurde am 22. September 1939 in Frauenfeld in der Schweiz geboren und wurde nach seinem Wirtschafts- und Maschinenbaustudium an der Technischen Hochschule Graz, der heutigen TU Graz, zum Diplomingenieur graduiert. Nach einer Tätigkeit bei verschiedenen Leuchtenproduzenten in den USA trat er 1965 in die Zumtobel KG ein und war mit zahlreichen Aufgaben im In- und Ausland betraut. Im Jahr 1974 wurde er Vorstandsmitglied der Zumtobel AG und nach der Bildung der Zumtobel Holding AG im Jahr 1990 deren Vorstandsmitglied. In den Jahren 1996 bis 2003 war Fritz Zumtobel Aufsichtsratsvorsitzender der Zumtobel AG und der Tridonic-Bauelemente GmbH. In diesen Jahren war er auch Vorstandsvorsitzender der Tridonic Ltd. in Südafrika und Vorstandsmitglied der Atco Controls in Melbourne.

Von 1988 bis 1992 war er zudem Präsident des Kuratoriums der HTL-Rankweil. Fritz Zumtobel war 1992 Gründungsmitglied des „Fachhochschulartigen Studienversuchs Fertigungsautomatisierung“ gemeinsam mit der TU Graz – des Ursprungs der heutigen Fachhochschule Vorarlberg – und war maßgeblich daran beteiligt, den Studenten ihre Werkstättenpraktika bei Zumtobel zu ermöglichen.

Bei der Industriellenvereinigung Vorarlberg war Fritz Zumtobel seit 1981 Vorstandsmitglied (seit 2007 als Ehrenmitglied), Vizepräsident und Präsident und seit 1992 Mitglied im Bundesvorstand (seit 2007 als Ehrenmitglied).

Während seiner Präsidentschaft war ihm eine offene Interessenvertretung, bei der auch andere Meinungen zugelassen wurden, immer sehr wichtig. Er forderte stets eine offene und kontroversielle Diskussion, ohne jedoch das Ziel aus den Augen zu verlieren, denn er war überzeugt, dass sich eine Gesellschaft, die keine open society ist, nicht entwickelt. Dafür erntete er von den verschiedenen Stellen große Anerkennung.

Unter seine Funktionsperiode als Präsident fielen auch der EU-Beitritt Österreichs, die EU-Osterweiterung und die Einführung des Euro. Dafür hat sich Fritz Zumtobel intensiv eingesetzt und ist zu Recht stolz auf das Erreichte, denn dadurch konnten die Chancen für die Vorarlberger Unternehmen maßgeblich gesteigert werden.

Als Präsident der Industriellenvereinigung Vorarlberg war Fritz Zumtobel aber auch immer überzeugt, dass die Produktion und die Wertschöpfung nur dann im Land Vorarlberg gehalten werden kann, wenn es ausreichend technisch ausgebildete Mitarbeiter gibt. Während seiner Präsidentschaft wurden daher zahlreiche Initiativen gesetzt, um Kinder und Jugendliche für technische Berufe zu begeistern. Dazu gehörten u. a. ein eigenes Science Center in der inatura, Exkursionen für Schüler und Lehrer ins Technorama nach Winterthur und die Gründung der grenzüberschreitenden International School Rheintal in Buchs.

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