Wanderung zum Quelltuff in Lingenau: Formen- und Farbvielfalt

Vorarlberg / 22.09.2019 • 10:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ursula, Sara, Lothar und Lena Kündig (v.l.) bestaunen die Formen- und Farbvielfalt des Quelltuffs. Der Lehrpfad führt über Holzstege und -treppen.  VN/Lerch

Teil 3/10 der VN-Wanderserie „Oh, wie schön ist Vorarlberg“: Der Quelltuffhang in Lingenau gehört zu den schönsten Naturwundern im Land.

Lingenau Familie Kündig musste einige Stufen zurücklegen. Belohnt werden Ursula, Lothar, Lena (10) und Sara (8) dafür mit einem ganz besonderen Anblick: der Quelltuff mit den wunderschönen Farben in vielfältigen Erdtönen, von ockergelb bis braun. Diese Kalksinterbildung ist eine der größten Europas und zählt zu den herausragendsten geologischen Erscheinungen in Vorarlberg.

Startpunkt dieser besonderen Familienwanderung ist die St. Anna-Kapelle. Man folgt dem gut beschilderten Weg und kommt relativ rasch an eine Holzleiter, die in Richtung des Quelltuffs führt. Weiter geht es über Holzstufen bis zu einem kleinen Aussichtspunkt. Von hier aus eröffnet sich der Blick nicht in Richtung Tal, sondern in Bergrichtung zum Quelltuff, der mit seiner Farben- und Formvielfalt besticht.

Familie Kündig folgt dem Weg weiter, es geht immer wieder über Stufen nach oben. Auf rund 30 Meter Breite stürzen die Quellwässer über einen 40 Meter hohen Steilhang in die Schlucht der Subersach. Der Weg führt dann weiter steil nach oben. Nachdem man auf der großen Wiese angelangt ist, folgt der Ausgangspunkt, die St. Anna-Kapelle. Gerade bei nassem Wetter ist auf dem Weg Vorischt geboten.

Der Lehrpfad beeindruckt nicht nur mit einem spannenden Wegverlauf über Holzstege und -treppen sondern liefert auch auf fünf Tafeln interessante Informationen zur Entstehung des tropfsteinartigen Gesteins sowie der Vegetation dieses speziellen Naturschauspiels.

Seit 1998 ist der Quelltuffhang als Naturdenkmal ausgewiesen. Noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurde der Kalktuff abgebaut, ist er doch als leichtes, poröses Gestein einfach zu bearbeiten. Er bewährte sich beim Bauen, etwa bei der St. Anna-Kapelle, Ausgangspunkt der Wanderung. Bei der barocken Kapelle, erbaut 1722, kann man das eben in der Natur bestaunte Kalkgestein in bearbeiteter Form sehen.

Quelltuff Lingenau

Startpunkt Lingenau, St. Anna-Kapelle; Parken beim Hallenbad Lingenau. Anreise auch mit dem öffentlichen Bus möglich.

Streckenlänge 1,6 Kilometer

Dauer 1:30 h

Einkehrmöglichkeiten gibt es im Zentrum von Lingenau, zum Beispiel im Gasthaus Traube

Schwierigkeit mittel, 124 Höhenmeter, festes Schuhwerk; Rutschgefahr bei nassem Wetter

Kinderalter Kinder sollten jedenfalls trittsicher sein

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