Cinema Dornbirn: „Schließung würde herben Verlust bedeuten“

Vorarlberg / 25.09.2019 • 08:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Cinema Dornbirn kämpft weiter um seine Existenz. VN/STEURER

Ohne zusätzliche Fördermittel fällt im Sommer nächsten Jahres der letzte Vorhang im Cinema Dornbirn. Gespräche mit Stadt, Land und Bund laufen an.

Tanja Schwendinger

Dornbirn Das Cinema Dornbirn steckt in einer tiefen Krise. Wegen enormer Besucherverluste steht die Zukunft des Traditionskinos auf der Kippe (die VN berichteten). Erste Gespräche mit dem Vermieter haben bereits stattgefunden, Verhandlungen mit Stadt, Land und dem Bund sind geplant, wie Kinobetreiber Michael Wieser von der Weltlichtspiele Kino GmBH gegenüber den VN erklärt. Konkret gehe es um einen Fehlbetrag von 20.000 Euro, den das Kino zusätzlich zur Kulturförderung benötigt, um wirtschaftlich überleben zu können. Die Kulturabteilung des Landes unterstützt die Vorarlberger Kleinkinos in Summe mit 80.000 Euro jährlich. „Unser Förderansatz sind jedoch die Filmklubs, die anspruchsvolles Programm in den Kinos machen und so für Diversität und Frequenz sorgen“, sagt Kulturamtsleiter Winfried Nußbaummüller.

Die Wirtschaftsabteilung des Landes hat im vergangenen Jahr auf die schwierigen Rahmenbedingungen der Vorarlberger Kleinkinos reagiert und eine Sonderförderung für Investitionen in den Jahren 2019 und 2020 gewährt. Diese Förderung konnte Michael Wieser, der auch das Kino in Bludenz betreibt, aber nicht aus seiner Misere befreien. Ihm gehe es vielmehr darum, Förderungen zu erhalten, die Ausfälle und vergangene Investitionen ausgleichen. Auch dem Sprecher der Vorarlberger Kinos, Prokurist im Metrokino Bregenz, Peter Pienz, ist es ein Anliegen, die Kleinkinos zu erhalten. Über einen von ihm eingebrachten Antrag auf Wirtschaftsförderung in der Höhe von 30.000 Euro für alle fünf Kleinkinos wird noch entschieden.

Wieser hofft, das einzige Kino in der Messestadt trotz aller Schwierigkeiten weiterführen zu können. Die Stadt habe bereits positive Signale gesendet, konkrete Gespräche sollen im November geführt werden. Das bestätigt auch der Dornbirner Kulturamtsleiter Roland Jörg, wenngleich er von der Kinokrise in Dornbirn erst aus den VN erfahren habe. „Die Konkurrenzsituation hat sich für Kleinkinos in den letzten Jahren deutlich verschärft. Wir sind jedenfalls gesprächsbereit.“

Mietreduktion gewährt

Sollte es gelingen, mithilfe von Stadt, Land und Bund die Zusage für jährlich zusätzliche 20.000 Euro Unterstützung zu erhalten, wird Wieser weiterkämpfen und den Mietvertrag, der bis Ende 2022 läuft, erfüllen können. Danach soll weiterentschieden werden. „Sollte es nicht gelingen, werden wir schweren Herzens im Jänner 2020 die endgültige Schließung zum 30. Juni 2020 bekanntgeben müssen.“ Für dieses Jahr wurde Wieser eine Mietreduktion zugesprochen. Eine weitere Reduktion für 2020 ist nicht angedacht.

5000 Besucher zu wenig

Damit das Cinema „überleben“ kann, brauche es jährlich 25.000 Besucher. „Zuletzt waren es 20.000 Besucher, wobei das erste Halbjahr 2019 sehr schlecht gelaufen ist.“ Gerade für Programmkino-Fans wäre es laut Wieser ein herber cineastischer Verlust, wenn in Dornbirn der letzte Vorhang fallen würde. Das Dornbirner Kino, das weitgehend Arthouse-Filme zeigt, ist für Wieser mit keinem anderen im Land zu vergleichen. „Wir zeigen Filmkunst, die einzigartig in Vorarlberg ist. Das macht unsere Exklusivität aus.“