Krankenpflegeverein Dornbirn machte 50.000 Hausbesuche

Vorarlberg / 25.09.2019 • 15:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Obmann Heinz Wohlgenannt (rechts) bedankt sich bei Günther Lutz und den Besuchern der Benefizkonzerte. Aus dem Erlös wurde dem Krankenpflegeverein ein Allrad-Auto gespendet. ERH

Jahreshauptversammlung von Vorarlbergs größtem Verein.

dornbirn Es war ein stimmiger Abend der Freude und der persönlichen Emotionen. In der Einladung zur 106. Generalversammlung ins Kolpinghaus war zu lesen, dass dem Krankenpflegeverein Dornbirn mit dem Erlös der Günther-Lutz-Benefizkonzerte ein Allrad-Fahrzeug gespendet worden war. „Es kommt aus dem Herzen“, sagte Günther Lutz, der dann besonders glücklich ist, wenn er geben kann. Lutz, der aus dem Gütle stammt, erinnerte sich an früher, wie er in den 1950er-Jahren seine kranke Mutter im Leiterwagen oder im Winter bei Schneefahrbahn auf dem Schlitten mangels eines Telefons auf diese Weise zum Arzt bringen musste.

1912 klein angefangen

Dass sich inzwischen viel geändert hat und der Krankenpflegeverein seinen Klienten und ihren Angehörigen an 365 Tagen hilfreich zur Seite steht, erfuhren die Besucher im Kolpinghaus von Obmann Heinz Wohlgenannt, der in bewährter Manier souverän durch den Abend führte. Er rief in Erinnerung, dass drei Ordensschwestern im Jahr 1912 klein anfingen, nun der Verein die Trägerschaft der ideellen Solidargemeinschaft verantwortet und diese zum mittelständischen Unternehmen mit knapp 50 Mitarbeitern und einem Budget von mehr als zwei Millionen Euro angewachsen ist. Die solide Struktur, der Teamgeist, die hohe Qualität der erbrachten Leistungen und bei all dem die Kosten im Griff zu haben, machte auch das Jahr 2018 zu einem guten für den Krankenpflegeverein Dornbirn. „Seine Schritte sind temporeich“, sagte Wohlgenannt in Richtung des Geschäftsführers und Pflegedienstleiters Johannes Drexel. Ihm ist es neben den täglichen Herausforderungen gelungen, ein komplett neues IT-System in der Rekordzeit von nur einem Jahr erfolgreich zu implementieren.

Forschungsprojekt der FHV

Bürgermeisterin Andrea Kaufmann fiel die Häufigkeit der Zahl Fünf während des Abends auf. Im Jahr 2018 waren es nämlich 50.000 Hausbesuche, die der Krankenpflegeverein mit seinen 23 Fahrzeugen bei 870 Patienten absolvierte. Der größte Verein des Landes zählt mehr als 5000 Familien- und Einzelmitgliedschaften, und die Stadt Dornbirn schließlich werde vermutlich im November die Zahl 50.000 bei der Einwohnerzahl knacken. Viel Einblick in Dornbirns Wohnzimmer gewinne sie bei 250 bis 300 jährlichen Geburtstagsbesuchen bei betagten Mitbürgern, und wichtig sei, dass es den Menschen zu Hause im gewohnten Umfeld gut gehe. „Es freut mich, dass wir auch das Forschungsprojekt Smart Care in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule bekommen haben“, so das Stadt­oberhaupt. Sie bedankte sich beim ehrenamtlichen Vorstand, bei der Geschäftsleitung und den Mitarbeitern für ihre wertvolle Arbeit.
Zu der hervorragend funktionierenden Teamkultur im Krankenpflegeverein Dornbirn gratulierte Landesrätin Katharina Wiesflecker. Ihr Leitsatz bei der Betreuung von pflegebedürftigen Menschen lautet: „So viel wie möglich ambulant, so wenig wie nötig stationär.“ Den Grundstein zum Erfolg des KPV Dornbirn legten Altbürgermeister Rudi Sohm und seine Frau Wilma in vielen Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit. Zum 80. Geburtstag, den Rudi Sohm heuer feierte, gab es Glückwünsche von allen und besonders von Irma Fussenegger. Die bekannte Dornbirner Mundart-Autorin trug dem Jubilar ein ganz persönliches Gedicht vor. erh