Anita Frühwirth ist der Volksmusik verpflichtet

Vorarlberg / 26.09.2019 • 11:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Anita Frühwirth (rechts) spielt die Zither und das Hackbrett und ist auch sonst ständig in Sachen Volksmusik unterwegs. PRIVAT

Die Obfrau des Vorarlberger Volksliedwerks, Anita Frühwirth, im Portrait.

Dornbirn Ein Leben für und mit der Musik, oder wie es Anita Frühwirth selbst ausdrückt: „Wir musizieren von der Wiege bis zur Bahre.“ Die Liebe zur Musik wurde ihr von ihrem Elternhaus mitgegeben, bereits mit neun Jahren begann sie mit dem Zitherspiel. „Eigentlich wollte ich lieber Harfe lernen, aber das wurde damals nirgends unterrichtet“, erzählt sie, ohne aber Wehmut aufkommen zu lassen. Die Zither und das Hackbrett haben sie niemals losgelassen. Wurde vorerst vor allem im Familienkreis musiziert, gründete sie 1998 ihre eigene Stubenmusik, die bis heute besteht. Neben der pensionierten Lehrerin spielen mittlerweile zwei ehemalige Schülerinnen. Das reine Frauenensemble trifft sich privat zur wöchentlichen Probe, gespielt wird dann für Freunde und Bekannte, aber auch bei öffentlichen Auftritten und Konzerten – frei nach dem Motto, Menschen mit der Musik zu verbinden. Dies brachte Frühwirth auch zum Volksliedwerk, dem sie seit 2003 als Obfrau vorsteht. Sie ist auch Mitglied des Bundesvorstandes. Gemeinsam mit anderen Musikern in ganz Österreich hat man sich zum Ziel gesetzt, in den Menschen die Liebe zur Musik zu wecken, respektive zu erhalten. Projekte mit dem Liedermacher Hubert von Goisern oder dem ehemaligen Kapellmeister der Wiener Sängerknaben, Gerald Wirth, wurden von Frühwirth organisiert. Bei Workshops an diversen Schulen konnten Kinder jeden Alters Volksinstrumente und Volkstänze kennenlernen. Die Arbeit mit den Jugendlichen stellt einen absoluten Mittelpunkt ihrer Tätigkeit dar. Betont wird von der zweifachen Mutter noch ein Umstand: Es geht um Volksmusik und nicht um volkstümliche Musik.

Neben der Musik zeichnet Frühwirth auch großes Organisationstalent aus. Viermal jährlich erscheint die „Maultrommel“, das Mitteilungsheft des Volksliedwerks. Dafür mitverantwortlich sind auch die beiden Söhne von Frühwirth, die das Musikergen von ihrer Mutter geerbt haben und Mitglied der Stadtmusik Dornbirn sind: „Ich habe zu beiden immer gesagt, auf den Fußballplatz müsst ihr allein gehen, zu musikalischen Veranstaltungen habe ich sie aber stets begleitet.“

„Eigentlich dachte ich, in der Pension geht es etwas ruhiger zu, aber da ist wohl etwas schiefgelaufen.“

Anita Frühwirth

Des Weiteren kümmert sich Frühwirth um die Aufarbeitung von alten Noten und deren Erhalt für die nächsten Generationen, sie verlegt kleine Bücher für Kinder und veranlasst die Veröffentlichung von Tonträgern: „Eigentlich dachte ich, in der Pension geht es etwas ruhiger zu, aber da ist wohl was schiefgelaufen“, lacht die Jungrentnerin und lässt sich auch nicht von einer  Armfraktur aufhalten. Alle Aktivitäten von Frühwirth aufzuzählen ist eine kaum machbare Aufgabe, sie engagiert sich vielerorts. In dieser inoffiziellen Funktion ereilt sie des Öfteren ein Hilferuf. Oft haben Menschen noch eine kleine Liedzeile aus der Kindheit im Ohr, es fehlt aber der Titel – auch da konnte Frühwirth schon oft aushelfen.

Am kommenden Wochenende begeht das Volksliedwerk von Frühwirth nun das 45-jährige Vereinsjubiläum mit einer dreitägigen Feier in Viktorsberg. Neben einem Jodelworkshop am Samstag sind dann am Sonntag vor allem Familien zu einer Musikwanderung eingeladen. Infos auf der Vereinshomepage. CEG

Anita Frühwirth

Die Überzeugungstäterin in Sachen Volksmusik lädt als Obfrau des Volksliedwerks drei Tage lang nach Viktorsberg

Geboren am 17. Jänner 1958

Zwei Söhne: Ulrich (31) und Viktor (27)

Ehemalige Volksschul- und Musikschullehrerin, seit 2018 in Pension

Hobbys: Musizieren, Tanzen, Wandern