„Greenkeeper“ verursachte Alko-Unfall auf dem Golfplatz

Vorarlberg / 26.09.2019 • 21:57 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Betrunkener fuhr dem Geschäftsführer der Anlage über den Fuß. 2000 Euro Geldstrafe.

FELDKIRCH Alkolenker sind in der Regel auf der Straße unterwegs. Doch in diesem Fall geschah der Unfall unter Alkoholeinfluss auf einem Vorarlberger Golfplatz. Auch das Gefährt war kein Auto oder Zweirad, sondern eine Zugmaschine, an die man verschiedene Zusatzgeräte montieren kann und mit der man den Platz hegt und pflegt. Der sogenannte Greenkeeper sorgt somit für den perfekt gepflegten Golfplatz.

„Ein Greenkeeper ist eine Fachkraft für die Instandhaltung und Bewirtschaftung von Rasensportplätzen wie z. B. für Fußball, Golf, Hockey und Polo. Er unterscheidet sich von einem Platzwart im Allgemeinen dadurch, dass dieser in der Regel nicht hinreichend über erforderliche Spezialkenntnisse zur hochkomplexen Pflege von Rasenflächen, insbesondere im Profisport, verfügt“, erklärt jedenfalls Wikipedia.

Ende der Diskussion

Im Juli dieses Jahres wollte der 51-jährige Greenkeeper am Nachmittag wieder mit seinem Gefährt los.

Der Geschäftsführer hingegen musste etwas mit ihm besprechen. Der Fahrer war ungeduldig, wollte endlich seine Arbeit machen. Mehrfach wurde die Tür des Fahrzeugs auf- und zugemacht, der eine wollte reden, der andere nicht. Die beiden diskutierten, dann fuhr der Lenker einfach los. Zwar nicht weit, sondern nur rund einen halben Meter. Allerdings zu weit, denn er hatte den Gesprächspartner am Bein erwischt. Der Mann erlitt mehrere Verletzungen am Fußgelenk, zum Prozess am Landesgericht Feldkirch kommt er mit einem einbandagierten Unterschenkel. Für die Schmerzen bekommt er 1000 Euro, immerhin hatte der Mann einen Knochenbruch erlitten.

Er habe lediglich drei Bier getrunken, verantwortet sich der Angeklagte, der nach dem Vorfall entlassen wurde.

1,68 Promille

Doch das kann nicht wirklich stimmen, denn bei ihm wurden damals 1,68 Promille gemessen.

Zusammen mit der Sorglosigkeit, nämlich die Lage vor dem Wegfahren nicht im Rückspiegel überprüft zu haben, steht für das Gericht das Delikt einer fahrlässige Körperverletzung außer Frage. „Wir haben hier einen gesetzlichen Strafrahmen von bis zu zwei Jahren Gefängnis“, gibt Richterin Sonja Nachbaur dem Beschuldigten zu bedenken. Sie bemisst die Strafe mit 2000 Euro. Tausend davon muss der Greenkeeper bezahlen, ebenso viel werden auf Bewährung ausgesprochen. Berücksichtigt wird dabei, dass eine aufgeheizte Stimmung vorlag und der Mann sich geständig zeigte. EC

„Wir haben hier einen gesetzlichen Strafrahmen von bis zu zwei Jahren Gefängnis.“