Radbrücke über den Rhein in die Schweiz geplant

Vorarlberg / 26.09.2019 • 15:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Blick von der Hauptverkehrsbrücke beim Zollamt Lustenau-Au Richtung Oberfahr, wo eine neue Radlerbrücke gebaut werden soll. GEMEINDE

Neue Radlerbrücke soll Lustenau mit Au verbinden.

Lustenau Lustenau plant zusammen mit der Schweizer Nachbargemeinde Au eine neue Fahrradbrücke über den Rhein. Besonders für Berufspendler soll die Fahrt zur Arbeit mit dem Rad auf diesem Weg sicherer werden. Am Montag wurde die Machbarkeitsstudie mit mehreren Varianten vorgestellt.

Lustenau und Au arbeiten schon länger im grenzüberschreitenden Agglomerationsprogramm zusammen, bei dem es darum geht, die rheinüberschreitende Zusammenarbeit zu stärken und die Siedlungs- und Verkehrsentwicklung im Rheintal aufeinander abzustimmen. Die geplante Radlerbrücke über den Rhein soll besonders den Pendlerverkehr per Fahrrad fördern. Die jetzige Hauptverkehrsbrücke zwischen Lustenau und Au ist für Radlerinnen und Radler unattraktiv, viele fühlen sich nicht sicher. Die neue Brücke soll Fußgängern und Radfahrern Sicherheit bieten und die Wege verkürzen.

Bereits jetzt schon fahren täglich 1600 Radfahrerinnen und Radfahrer über die Grenzübergänge Au und Widnau, wie eine Verkehrszählung 2017 ergeben hat. Das sind mehr als doppelt so viele als beispielsweise nach Dornbirn. Langfristiges Ziel ist es, diesen ohnehin schon hohen Radanteil von 17 Prozent deutlich zu erhöhen. Bei mehr Aufenthaltsqualität am Rhein durch Rhesi und bei weiteren Verbesserungen der Radinfrastruktur, etwa entlang der Schweizer Bahn, von Lustenau nach Dornbirn oder Dornbirn nach Diepoldsau könnte sich der Radverkehrsanteil bis 2030 auf 30 Prozent steigern. Das ergab eine vom Feldkircher Verkehrsbüro Besch & Partner ausgearbeitete Machbarkeitsstudie, die den Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinden im Werkhofsaal in Au präsentiert wurde.

Altbekannter Standort

Darin untersucht und geprüft wurden mehrere mögliche Brückenstandorte und deren Potenzial für den Radverkehr. Dabei spricht sich die Studie für eine 300 Meter lange Radbrücke beim ehemaligen Zollamt Oberfahr an der Reichsstraße/Kirchstraße aus. Dieser Standort weist die höchste Verkehrswirksamkeit und das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis aller untersuchten Varianten auf.

An derselben Stelle verband schon einmal eine Brücke Österreich und die Schweiz: Die Oberfahrbrücke war von 1878 bis zum Bau der neuen Rheinbrücke 1957 eine wichtige und direkte Verbindung vom Lustenauer Zentrum in die Schweiz. Das alte Zollhaus steht noch heute.