Sozialbetrüger verurteilt

Vorarlberg / 30.09.2019 • 22:33 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der 55-Jährige bekannte sich von Beginn an schuldig, betonte jedoch seine schwierige Situation. ECKERT
Der 55-Jährige bekannte sich von Beginn an schuldig, betonte jedoch seine schwierige Situation. ECKERT

Nigerianer verschwieg Job und erhielt somit weiterhin Leistungen aus der Grundversorgung.

Feldkirch „Ich bekenne mich schuldig, aber es ist für mich nicht so einfach, ich bin ein Fremder in einem fremden Land“, so der 55-jährige zweifache Familienvater. Seit 2013 ist er in Österreich, über eine Leasingfirma hat er mittlerweile einen Job gefunden und verdient rund 1700 Euro monatlich. Doch er hat auch Schulden, 9000 Euro bei der Sozialversicherung, zwei Kinder und eine Frau. Er bemüht sich, die Altlasten so schnell wie möglich loszuwerden. Nun kommen allerdings 1260 Euro Strafe wegen schweren Betrugs dazu. Die kann er in Raten abstottern.

33.544 Euro Schaden

Ein Betreuer ist als Zeuge geladen. Er entschlägt sich allerdings der Aussage. Und das darf er. Er ist beruflich zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Verstößt er dagegen, wäre dies ein Kündigungsgrund und somit ein Vermögensnachteil. Doch das bleibt im Prozess ohne Bedeutung, weil der Angeklagte ohnedies geständig ist. Das Geständnis und die bisherige Unbescholtenheit wirken sich bei der Verurteilung mildernd aus. Erschwerend ist der hohe Schadensbetrag von 33.544 Euro und der lange Tatzeitraum.

Teilbedingte Geldstrafe

Der Mann hätte von April 2014 bis Sommer 2018 Zeit gehabt, um seine Arbeitsstelle offenzulegen. „Für mich ist die Sache ganz klar“, so Richter Michael Fruhmann. Der Nigerianer ist seit 2013 in Österreich, er spricht gut Englisch. Als Strafe für den schweren Betrug werden insgesamt 2520 Euro ausgesprochen, die Hälfte, also 1260 auf Bewährung. Der Verurteilte erkennt das Urteil an. Er weiß, dass er gegen das Gesetz verstoßen hat. EC