Die unterirdischen Wassermassen können fließen

Vorarlberg / 01.10.2019 • 21:10 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vor den Augen zahlreicher Gäste wurde der Stollen erstmals offiziell geflutet. HA
Vor den Augen zahlreicher Gäste wurde der Stollen erstmals offiziell geflutet. HA

Dornbirner Hochwasserschutzprojekt Zanzenbergtunnel: 6,4 Millionen Euro für mehr Sicherheit.

Dornbirn Eines der größten Hochwasserschutzprojekte, der Stollen durch den Zanzenberg in Dornbirn, wurde am Dienstag nach rund einjähriger Bauzeit offiziell in Betrieb genommen. Bei Überflutungsgefahr können ab sofort große Wassermengen vom Steinebach über ein rund 500 Meter langes Rohr, das in monatelanger Arbeit von einer Spezialfirma durch den Berg verlegt wurde, direkt in die Dornbirner Ache abgeleitet werden.

Rund 6,4 Millionen Euro investierten Stadt, Land und Bund in das wohl bislang außergewöhnlichste Projekt, das Überflutungen von Wohngegenden am Unterlauf des Fischbachs verhindern soll. „Wir können ein überaus wichtiges Projekt für unsere Stadt abschließen“, atmete Bürgermeisterin Andrea Kaufmann (50) jetzt bei der Inbetriebnahme des Entlastungsstollens hörbar auf. Die Anschlagfeier erfolgte am 20. Juni 2018, der Durchstich am 13. November.

Wenn der Schieber im Einlassbauwerk im Steinebach geöffnet wird, schießen im Ernstfall pro Sekunde 20 Kubikmeter Wasser in Richtung Dornbirner Ache anstatt in Richtung Fischbach, der im Unterlauf durch Siedlungsgebiete fließt. Der Stollen hat seine Feuertaufe bereits bestanden: Seit der Fertigstellung im Sommer war er bereits viermal in Betrieb. Gestern wurde er offiziell geflutet. Das außergewöhnliche Schutzprojekt, das schon während der Bauarbeiten für Aufsehen gesorgt hat, wurde nicht ohne Grund auch vom Land finanziell gefördert. „Nur durch Investitionen ist es möglich, größtmöglichen Schutz für die Bevölkerungen, unser Siedlungsräume, die betriebliche Infrastruktur und unsere Verkehrswege sicherzustellen“, begründete Landeshauptmann Markus Wallner während der Eröffnungsfeier den Zuschuss des Landes in Höhe von 2,9 Millionen Euro. Im Zuge des Stollenbaues wurde die Steinebachstraße komplett erneuert, auch der Kreuzungsbereich Vordere- und Hintere-Achmühlerstraße- Achstraße und Gütlestraße wurde neu gestaltet. Dadurch wurde Platz für die Vergrößerung eines Spielplatzes geschaffen. Die Stadt packte die Gelegenheit beim Schopf und baute direkt neben dem Stollenausgang einen Zugang von der Straße in das Bachbett der Dornbirner Ache, die gerne auch als Badeplatz genutzt wird. Gleichzeitig wurde an der Achstraße Dornbirns erste unterirdische Sammelstelle für Wertstoffe eingerichtet. HA