Martina Ess muss wieder um ihr Mandat zittern

Vorarlberg / 01.10.2019 • 07:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Martina Ess ist Bundesratsabgeordnete. Vielleicht muss sie es bleiben. PARLAMENT

ÖVP verfehlt drittes Grundmandat, Kopf und Sieber sind wieder im Nationalrat.

Schwarzach Déjà-vu für Martina Ess. Zum zweiten Mal trat die Satteinserin für die ÖVP als Spitzenkandidatin auf der Vorarlberger Landesliste an. Und zum zweiten Mal muss sie zwei Männern den Vortritt lassen. Wie schon 2017 zittert Martina Ess um den Einzug in den Nationalrat. Fix dabei sind hingegen die beiden Spitzenkandidaten in den Regionalwahlkreisen, Norbert Sieber und Karlheinz Kopf. Bei den anderen Vorarlberger Listenersten sieht es besser aus. Sie holten jeweils das Vorarlberger Grundmandat. Reinhold Einwallner (SPÖ), Reinhard Bösch (FPÖ), Gerald Loacker (Neos) und Nina Tomaselli (Grüne) ziehen in den Nationalrat ein.

Am Ende war es für Martina Ess knapper als 2017. Damals verfehlte sie das Landeslisten-Mandat um rund 5500 Stimmen, diesmal fehlen circa 1400 Stimmen. Ihr Ziel sei immer gewesen, dass Sebastian Kurz gestärkt aus dieser Wahl hervorgeht, das sei natürlich gelungen. So gesehen sei sie mit dem Wahlergebnis insgesamt sehr zufrieden, betont Ess im Gespräch mit den VN. „Aber klar wäre ich gerne im Reginalwahlkreis Süd als Listenzweite angetreten“, fährt sie fort. Dort steht derzeit Angelika Lins, die noch in Bludenz gemeldet ist und nun nachrückt, sollte Karlheinz Kopf innerhalb der Legislaturperiode sein Mandat zurücklegen.

Warten auf die Regierung

Ob Ess noch in den Nationalrat einzieht, liegt nun erneut an der Bundes-ÖVP. Auf der Bundesliste liegt sie auf dem zweiten Nachrückerplatz. Allerdings nur, wenn sich die Volkspartei nach einer Regierungsbildung entscheidet, auf der Bundesliste nachrücken zu lassen. 2017 hat sich die ÖVP anders und damit gegen Ess entschieden. „Ich muss jetzt einfach abwarten“, hält Ess fest. Bis dahin werde sie weiter voller Elan der Arbeit im Bundesrat nachgehen. „Ich gehe davon aus, dass ich nach der Landtagswahl wieder entsendet werde“, ist sie überzeugt.

Kopf, Sieber, Einwallner, Bösch, Loacker und Tomaselli sind nicht die einzigen Vorarlberger, die in den Nationalrat gewählt wurden. Während mit Doris Hager-Hämmerle (Neos) zwar eine weitere Vorarlbergerin das Parlament verlässt, zieht Barbara Neßler ein. Die Alberschwenderin trat für die Tiroler Grünen an der Spitze der Landesliste an und erreichte das Grundmandat. Sie sitzt zudem im Innsbrucker Gemeinderat.