Finden, anfangen, durchhalten

Vorarlberg / 03.10.2019 • 18:12 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Charles Bahr präsentierte seine Karriere in Form eines frontalen Vortrags.
Charles Bahr präsentierte seine Karriere in Form eines frontalen Vortrags.

Jungunternehmer Charles Bahr (17) erläuterte Schülerinnen seinen Erfolgsweg.

Rankweil Auf den ersten Blick schaut der 17-jährige Hamburger Charles Bahr aus wie ein ganz normaler Teenager. Blonde Haare, eher schmächtig, Jeans und Pullover. Dass sich hinter dieser unspektakulären Fassade ein junger Mann verbirgt, der bereits mit 14 Jahren seine erste Firma gründete und jetzt drei Jahre später Weltkonzerne wie Allianz, McDonalds oder Levi´s berät, erschließt sich den rund 90 Schülerinnen der HLW Rankweil aber recht bald. Diese lauschten den Ausführungen von Bahr – ganz altmodisch in der Frontalvariante – zum Auftakt einer Vortragsreihe im Unterrichtfach Unternehmensmanagement, welches zum Ziel hat, vermehrt das Thema Wirtschaft in die Schule zu bringen.

Keine Angst vor dem Scheitern

Bahr erzählte von seiner langweiligen Schulzeit und seinen ersten Schritten zur Selbstständigkeit. Obwohl Bahr eigentlich nichts von Motivationssprüchen hält, hat er für sich doch drei Punkte definiert, nach denen er lebt: „Man sollte zum Ersten etwas finden, was einem Erfüllung bietet, dann als Zweites einfach anfangen und schließlich drittens Durchhaltevermögen zeigen.“ Wer bereits in jungen Jahren sein eigenes Projekt aufbauen möchte, der solle keine Angst vor dem Scheitern haben. Gleichzeitig warnt der Schulabbrecher davor, dieses ihm nachzumachen, um sich selbst zu verwirklichen: „Ich habe die Schule abgebrochen, weil ich bereits davor etwas erreicht hatte.“

Bahr, der noch bei seiner Mutter wohnt, tituliert sich selbst nicht als Influencer („ein Schimpfwort für die ältere Generation“) und sieht seine Firma „Generation Z“ als Beratungsfirma, wie große weltweit agierende Konzerne die junge Generation im Alter von acht und 22 Jahren erreichen können. Dies passiert überwiegend nicht mit klassischer Werbung, sondern mit Inhalten und kurzen Videos auf digitalen Plattformen. So werden Trends gesetzt, denen weltweit Millionen junger Menschen folgen. Bahr sieht sich nicht als Revolutionär, aber will mit seinen Ideen bestehende Systeme ergänzen. Aufgrund seiner Erfahrungen ist er zutiefst überzeugt: „Unsere Arbeit wird dringend gebraucht.“ CEG

„Wir versuchen mit unserer Arbeit den alten Leuten die neue digitale Welt zu erklären.“

Wolfgang Hämmerle (Lehrer), Daniela Wittwer-Konzett (Lehrerin), Direktorin Ulrike Münst, Charles Bahr und Bärbel Juen (verantwortliche Lehrerin).
Wolfgang Hämmerle (Lehrer), Daniela Wittwer-Konzett (Lehrerin), Direktorin Ulrike Münst, Charles Bahr und Bärbel Juen (verantwortliche Lehrerin).
Der Vortrag des 17-jährigen Erfolgsunternehmers zog die Schülerinnen in Rankweil in ihren Bann. egle (3)
Der Vortrag des 17-jährigen Erfolgsunternehmers zog die Schülerinnen in Rankweil in ihren Bann. egle (3)