Von der Wärme zur Digitalisierung

Vorarlberg / 03.10.2019 • 17:06 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ludwig Muxel, Franz Josef Schmutzer, Gerhard Günther (v. r.) sehen dem Jubiläum des Heizwerks Lech mit Vorfreude entgegen.
Ludwig Muxel, Franz Josef Schmutzer, Gerhard Günther (v. r.) sehen dem Jubiläum des Heizwerks Lech mit Vorfreude entgegen.

Heizwerk Lech feiert heute 20-Jahr-Jubiläum.

LECH Seit 20 Jahren nimmt das Biomasseheizwerk Lech vorarlbergweit eine Vorreiterrolle ein. Bereits 1999 setzten die Gründer auf Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit und waren damit ihrer Zeit voraus. Die Bedeutung von Klimaschutz und Nachhaltigkeit hat die Tourismusgemeinde Lech frühzeitig erkannt. Mittlerweile werden über 98 Prozent der benötigten Energie aus erneuerbarer Biomasse gewonnen. Dadurch können jährlich 4,5 Mio. Liter Heizöl ersetzt und 22.000 Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden. Für Einheimische und Gäste bringt dies deutlich sichtbare und spürbare Vorteile, beschreibt Bürgermeister Ludwig Muxel die Veränderung durch das Heizwerk: „Die Luftbilanz hat sich im Vergleich zu früher deutlich verbessert, heute kann Lech seinen Bewohnern die Qualität eines Luftkurortes bieten.“

Bekenntnis zum Klimaschutz

Klimaschutz wird in Lech aktiv gelebt: So werden zum Beispiel ausschließlich regionale Brennstoffe verwendet und mit dem Beitritt zum Klimaneutralitätsbündnis 2025 wird ein zusätzliches Bekenntnis zum Klimaschutz geleistet. Auf Nachhaltigkeit wird auch bei der Beschaffung des Holzes geachtet. „Wir wollen die Region wirtschaftlich stärken und dabei ressourcen- und umweltschonend vorgehen. Bei der Wahl des Holzes achten wir auch auf einen weiteren großen Nutzen. So haben wir beispielsweise 2017 das gesamte Schadholz nach einem Sturm aus dem Feldkircher Wildpark bezogen“, erklärt Geschäftsführer Franz Josef Schmutzer.

Internet- und Fernsehanschluss

Der Pioniergeist der Arlberggemeinde zeigt sich auch darin, dass das Heizwerk Lech als einziges Heizwerk in Vorarlberg zusätzlich Infrastruktur-Dienstleister ist. Es versorgt die angeschlossenen Haushalte nicht nur mit Wärme, sondern auch mit Internet- und Fernsehanschluss. Seitdem 2014 das gesamte Datennetz von Kupfer auf moderne Glasfaser umgestellt wurde, erhalten die Kunden über den Provider Zürs.net sowohl schnellen Internetzugang als auch Fernsehempfang.

Das größte von 125 Biomasse-Heizwerken in Vorarlberg versorgt 350 Haushalte mit Wärme und Internet. Um dies das ganze Jahr über zu gewährleisten, sind perfekte Planung und Krisenmanagement notwendig. „Dank Know-how und ausführlicher Vorausplanung gab es in den letzten Jahren keine gröberen Ausfälle. Beim Hochwasser 2005 beispielsweise fielen Strom-, Wasser- und Kanalversorgung aus. Die am Heizwerk angeschlossenen Haushalte konnten jedoch weiterhin mit Wärme versorgt werden“, erklärt Heizwerk-Geschäftsführer Gerhard Günther von den VKW. Mit Vorausschau und jahrelanger Erfahrung sorgt das dreiköpfige Team des Heizwerks, Franz Josef, Daniel und Peter, ganzjährig für einen reibungslosen Ablauf.

Jubiläumsfeier

Heute, Freitag, wird das runde Jubiläum gebührend gefeiert. Ab 15 Uhr findet die Jubiläumsfeier mit Dorffest und Führungen im Heizwerk statt.