Asfinag sieht S 18 machbar

Vorarlberg / 04.10.2019 • 21:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Vorstandsdirektor Hufnagl nächste Woche in Vorarlberg.

schwarzach Unterschiedliche Ansichten zur Bodenbeschaffenheit bei den S-18-Planungstrassen haben derzeit die Vorarlberger Spitzenpolitiker von Schwarz, Grün und Neos. Das zeigte sich bei der Podiumsdiskussion der Spitzenkandidaten diese Woche. Dieses Jahr fanden zahlreiche Probebohrungen im Ried statt, die Ergebnisse waren bisher unbekannt. Die Bohrkerne aus dem Lustenauer Untergrund entscheiden über die technische Machbarkeit der höherrangigen Straßenverbindung zwischen den beiden Autobahnen im Rheintal. Die VN fragten deshalb beim Vorstandsdirektor der Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft (Asfinag), Hartwig Hufnagl, direkt nach.

Asfinag: „Klare Tendenz“

„Die Bohrungen zur Bodenbeschaffenheit sind abgeschlossen. Und obwohl die geologische Untersuchung der Bohrkerne noch einer Finalisierung bedarf, lässt sich klar eine Tendenz feststellen”, so Hufnagl am Freitag. Das sei ein „sehr positives“ Ergebnis: „Wir haben zwar anspruchsvolles Bodenmaterial in dem Gebiet, es kann aber schon jetzt bestätigt werden, dass die S18-Trassen technisch machbar sind, wir das so planen können“, sagt der Asfinag-Vorstand im VN-Gespräch.

Präferenz für „Z“

Laut Asfinag sei es allerdings verfrüht, sich auf eine Variante festzulegen. Es sind die beiden in der VN-Infografik abgebildeten Verbindungen in die Schweiz in engerer Prüfung. „Tendenziell sehen wir eher die Z-Variante, so wie wir es ursprünglich auch vermutet haben“, sagt Hufnagl. Man wolle sich das aber offen halten: „Es ist wichtig, behutsam vorzugehen.“ Erst auf Basis der Boden- und Grundwassergutachten sei das abschließend möglich. Die Trassenentscheidung rückt somit näher. Den Zeitraum der Einreichung will die Asfinag mit dem Landeshauptmann kommende Woche persönlich besprechen. Am Montag wird Vorstand Hufnagl im Bregenzer Landhaus sein.

Asfinag stockt auf

Hufnagl betont, das die Asfinag beim S18-Projekt Geschwindigkeit aufnehmen wolle: „Wir werden Ressourcen aufstocken, um die S18 so gut wie möglich und so schnell wie möglich umzusetzen.“ Das habe man in der letzten Asfinag-Aufsichtsratssitzung für 2020 beschlossen. Nächster Schritt ist somit die Einreichung des Projektes nach Paragraf 14 des Bundesstraßengesetzes, dann folgt ein UVP-Verfahren. Ein tatsächlicher Baustart werde schon einige Jahre in Anspruch nehmen. Vergleiche könne man zur S8, der Marchfeldschnellstraße ziehen. Dort sei das Projekt 2008 eingereicht worden, im April dieses Jahres wurde der positive UVP-Bescheid erlassen, angestrebter Baubeginn ist derzeit 2021. Bei der S18 steht nun die Trassenentscheidung an. Diese ist für 2020 geplant. Das Gesamtprojekt soll 600 Millionen Euro kosten und eine Entlastung für das verkehrsgeplagte Vorarlberger Unterland bringen. VN-RIE