Besonders aggressive Bakterienstämme

Vorarlberg / 04.10.2019 • 19:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Meningokokken-Infektionen sind gefährlich und können tödlich enden.

bludenz Sie ist, zumindest für Laien, von einem grippalen Infekt kaum zu unterscheiden. Das macht eine Infektion mit Meningokokken-Bakterien so heimtückisch. Erschwerend kommt hinzu, dass sich der Gesundheitszustand von Betroffenen so rasant verschlechtert, dass es bei Erkennen der Situation oft schon zu spät ist, denn die Infektion kann zu Gehirnhautentzündung, Blutvergiftung oder einer Kombination beider Krankheitsbilder führen. Um solches zu verhindern, haben die Apothekerkammer Vorarlberg, das Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline und das Land Vorarlberg eine Kampagne gegen die Meningokokken-B-Erkrankung gestartet, in deren Rahmen der Impfstoff deutlich verbilligt abgegeben wird. Gleichzeitig soll die Bevölkerung über die Gefährlichkeit der Erkrankung informiert werden. Die Aktion kommt an. Bislang wurde sie für fast 800 Impfungen genutzt und deshalb bis Ende des Jahres 2020 verlängert.

Tröpfcheninfektion

„Die Impfaktion in Vorarlberg wird nicht nur von den Kinderärzten, sondern auch von Eltern begrüßt und gerne wahrgenommen, immerhin spart man sich gesamt 166,5 Euro“, bestätigt Caroline Slupetzki von der Stadtapotheke in Bludenz. Sie verweist darauf, dass Meningokokken-Infektionen durch Tröpfchen, etwa bei Husten, wenn Menschen auf engstem Raum zusammenkommen, übertragen werden und tödlich enden können. „Durch die Impfung können Säuglinge und Kleinkinder vor diesen aggressiven Bakterienstämmen geschützt werden“, betont Slupetzki.

Die Anzahl der Erkrankungen schwankt in Österreich zwischen 27 und 100 Fällen pro Jahr. Auch in Vorarlberg sind jedes Jahr Kinder und Jugendliche betroffen. „Nur eine Impfung kann schützen, daher ist jede wertvoll“, betont Gesundheitslandesrat Christian Bernhard. Er hofft, durch die vom Land unterstützte Verbilligung des Impfstoffs die Aufklärung zu forcieren und eine bessere Durchimpfungsrate bei Meningokokken zu erreichen. Regulär kostete eine Impfung bislang 140,50 Euro. Derzeit gibt es den Impfstoff für Kinder bis zum ersten Geburtstag in den Apotheken zum Preis von 85 Euro.

Empfohlen, aber nicht gratis

In der Regel erfolgt die Impfung in drei Schritten: Zwei Grundimpfungen werden im ersten Lebensjahr gegeben, wenn möglich zwischen dem 3. und 5. Lebensmonat, die Auffrischung (Boosterimpfung) erfolgt im 2. Lebensjahr. Die Impfung wird zwar im Österreichischen Impfplan empfohlen, befindet sich aber nicht im Gratisimpfprogramm des Bundes. VN-MM

„Die Impfaktion wird auch von Eltern begrüßt und gerne wahrgenommen.“

Impfaktion

» Die Impfstoffe können in allen Vorarlberger Apotheken bis zum 31.12.2020 zum Aktionspreis von 85 Euro bezogen werden.

» Der Aktionspreis gilt für alle Kinder, die im ersten Lebensjahr erstmals geimpft werden oder wurden (also auch für die Folgeimpfungen, wenn das Kind bei der ersten Impfung noch nicht ein Jahr alt war).

» Alle Formalitäten, die Zuschüsse betreffend, werden von den Apotheken erledigt.

Lesen sie am kommenden Samstag im dritten Teil: Impfmöglichkeit in Apotheken