Bürgermeisterkandidat Simon Tschann im Gespräch mit den VN

Vorarlberg / 04.10.2019 • 14:03 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Simon Tschann will als Bürgermeisterkandidat der Bludenzer Volkspartei die Zukunft der Alpenstadt aktiv mitgestalten. MEZ

Er will gemeinsam mit der Bevölkerung die Zukunft der Stadt in die Hand nehmen

Bludenz Der Bludenzer Simon Tschann geht als Nachfolger von Mandi Katzenmayer für die Volkspartei im Frühjahr 2020 ins Rennen um das Bürgermeisteramt in der Stadt Bludenz. Im VN-Interview erzählt der 27-jährige Betriebswirt, was ihn als jungen Menschen dazu bewogen hat, in die Politik zu gehen, was ihm wichtig ist, für was er steht und was er besser machen will.

Herr Tschann, wie würden Sie sich selbst beschreiben?

Ich bin ein sehr leidenschaftlicher Mensch, der als Teamplayer vieles bewegen will. Mir geht es nicht um Parteipolitik, ganz im Gegenteil. Ich schaue immer über den Tellerrand hinaus und bin der Meinung, dass große Ziele nur gemeinsam erreicht werden können. Dieses ewige politische Hickhack geht allen auf die Nerven und bringt uns gar nichts. Wir müssen politisch motiviertes Handeln und die eigene Eitelkeit hintanstellen. Es geht nur darum, dass wir unseren Lebensraum gemeinsam zum Wohle aller gestalten.

Deswegen wollen Sie Bürgermeister werden?

Bludenz ist eine wunderschöne Stadt und hat enormes Potenzial. Hier kennt man sich. Es wird miteinander geredet. Es gibt viele Ideen und Visionen, die wir gemeinsam mit der Bevölkerung angehen möchten. Ich stehe für einen neuen Polit-Stil: Weg vom Streiten, hin zum gemeinsamen Tun, für unsere Stadt und ihre wunderbaren Menschen.

Wofür steht Simon Tschann? Wo liegen seine Stärken und Schwächen?

(lacht) Meine größte Schwäche ist gleichzeitig auch eine meiner großen Stärken. Ich bin sehr leidenschaftlich, brenne für die Sache, will immer anpacken, mitgestalten und etwas tun. Eine weitere Stärke ist sicherlich, dass ich Menschen mag, immer das Positive in ihnen sehe und offen für neue Ideen und Ansätze bin. Dementsprechend unvoreingenommen gehe ich auf Menschen zu und lerne gerne Neues kennen.

Was bedeutet Ihnen Bludenz?

Bludenz ist meine Heimat. Ich bin hier geboren, aufgewachsen und habe mich hier verliebt. Ich war längere Zeit beruflich unterwegs und auch während des Studiums war ich weg vom Städtle. Da habe ich gemerkt, was mir Bludenz bedeutet, wie schön es hier ist. Hier fühle ich mich wohl. Hier will ich meine Kinder großziehen und alt werden. Darum will ich die Zukunft meiner Heimat auch aktiv mitgestalten.

Vor einem halben Jahr wurden Sie von der Volkspartei als neuer Bürgermeisterkandidat vorgestellt. Wie waren die Reaktionen?

Tschann Überwältigend. Mein Telefon stand nicht mehr still, aus dem ganzen Land kamen positive Reaktionen. Das hat mich wirklich sehr gefreut und spornt mich noch mehr an. Mein Ziel ist es, gemeinsam mit allen Akteuren eine lebens- und liebenswerte Zukunft für Bludenz zu schaffen und unseren Lebensraum positiv zu gestalten.

Jetzt war es allerdings sehr lange ruhig um Sie. Was hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten getan?

Sehr, sehr viel. Neben vielen persönlichen Gesprächen haben wir in den vergangenen Wochen und Monaten die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft von Bludenz gestellt. Gemeinsam mit vielen Bürgern, aber auch mit Stakeholdern aus verschiedenen Bereichen wie Wirtschaft, Jugend, Kultur, Umwelt und Mobilität. Das werden wir in den nächsten Wochen weiter ausbauen und ab Oktober in öffentlichen Fokusgruppen zu unterschiedlichen Themen weiter vertiefen. Wir haben viele großartige Menschen in der Stadt, die sich in ihren Bereichen sehr gut auskennen und sich mit vielen Ideen und Visionen einbringen. Das gefällt mir und darauf freue ich mich schon sehr. Jeder, der sich positiv einbringen will, ist herzlich eingeladen, seine Ideen für Bludenz zu präsentieren. Nur gemeinsam werden wir die großen Herausforderungen der Zukunft erfolgreich meistern können.

Was wollen Sie anders machen?

Bludenz ist schon jetzt eine wunderbare Stadt. Ganz vieles wurde in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten erreicht. Dennoch will ich ohne Rückspiegel vorwärtsschauen. Ich bin Visionär und Realist zugleich. Ich stehe für einen neuen Weg und will gemeinsam mit den anderen etwas bewegen, das Rathaus als Anlaufstelle für alle Bludenzer und ihre Ideen öffnen. Es gibt noch vieles zu tun.

Für Aufregung hat zu Beginn der Woche Ihr Weinberg in Rungelin gesorgt. Es war von einem fehlenden Widmungsbeschluss und der Veränderung des Ursprungsgeländes die Rede. Was sagen Sie zu den Anschuldigungen?

Die Idee zum Weingarten in Rungelin ist schon vor Jahren gereift. Erste Reben wurden bereits im Frühjahr 2017 beim Antioniuskirchle in Rungelin gepflanzt. Im Frühjahr 2018 wurde der Weingarten dann im sogenannten Hasafeld erweitert. Wir haben im guten Glauben gehandelt, da die Anpflanzung von Weinreben laut Raumplanungsgesetz auch in einer Freihaltefläche zulässig ist. Dass die Sicherung der Terrassen mit Baugitter und Netzen, die wir diesen Sommer vorgenommen haben, einem Bauwerk gleichzusetzen ist und damit eine Bauanzeige notwendig gewesen wäre, haben wir schlichtweg nicht gewusst. Als die Baurechtsabteilung der Stadt uns darauf aufmerksam gemacht hat, haben wir gehandelt und schriftlich angekündigt, die baulichen Maßnahmen zurückzubauen. VN-JS, MEZ

Zur person

Simon Tschann

Geboren 21. Juli 1992

Familie Freundin Melina

Wohnort Bludenz

Werdegang Tourismusschulen Bludenz, BWL-Studium Innsbruck, Assistenz der Geschäftsleitung im Hotel Traube Braz, Sommelier-Ausbildung

Hobbys Weinberg, Funkenzunft, Wandern, in der Natur sein